Faust Gretchen Margarete
nach Johann Wolfgang von GoetheBeschreibung
„Meine Ruh ist hin“ – einer der Sätze, der bleibt, wenn man sich den Zitatenschatz aus Goethes Faust vergegenwärtigt. Ein Ausspruch Margaretes, genannt Gretchen, der ihr Dilemma zwischen Begehren und Schmach widerspiegelt. Den wohlsituierten Dr. Heinrich Faust hingegen, verjüngt durch den Bund mit Mephisto, drängt es zu weltbewegenden Abenteuern und ganz nebenbei zieht ihn das „Ewig Weibliche“ an. Und Gretchen? Am Ende ist es nicht nur Faust, der sie zu Fall bringt, sondern vor allem die gesamtgesellschaftlichen Umstände, die bestimmen, wie eine Frau leben darf. Während sich Gretchen der Gerichtsverhandlung stellen muss, hat Faust sie schon längst wieder vergessen.
Gretchens Geschichte wird als eindringlicher Monolog erzählt, unterstützt durch das Stadtensemble des Landestheater Niederösterreich, dessen Mitglieder aus ihrer Perspektive als Menschen eines Landes sprechen, in dem nahezu jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens sexuelle Gewalt erfährt. Bert Zanders Neufassung des Theaterklassikers zeigt, wie sich Margarete aus der ihr seit Jahrhunderten zugeordneten Opferrolle befreit.
Mitwirkende
- Regie
- Bühne & Kostüme Lene Schwind
- Dramaturgie Fanny Kölbl
- Mitarbeit Regie Natascha Zander