Während den Proben wurde hitzig über Themen wie Heimat, Ehe, Moral und Tod sowie Humor diskutiert. Welche der Themen haben für besonders viel Gesprächsstoff gesorgt?
Lustigerweise hat der Humor Fragebogen, die meiste Uneinigkeit ins Ensemble gebracht und damit wirklich zu komischen Situationen geführt, vom Tod waren eigentlich alle begeistert. Über Hoffnung haben wir auch lange gesprochen. Bei vielen der Themen mussten wir uns erst gegenseitig die Definition oder die Bilder zu dem Begriff die jede*r einzelne hatte erklären, ein bisschen was aus diesen Diskussionen ist auch in die Fassung geflossen und dem Publikum, wird es da vermutlich auch nicht anders gehen.
Wie ist aus den Fragen von Max Frisch eine Stückfassung entstanden?
Wir haben uns nach langem Lesen und vielen Improvisationen mit den unterschiedlichen Themen die Max Frisch vorschlägt, auf die für uns interessantesten Fragen geeinigt. Das sind jetzt zirka die Hälfte aller Fragen und damit schon weit über hundert. Wir haben uns vor allem für Fragen entschieden, die auch wenn man sie mündlich gestellt bekommt, gut funktionieren. Manche Fragen sind nämlich so komplex, dass man sie erst mehrfach gelesen versteht. Manche Fragen werden von den Bürger*innen beantwortet, manche auch gesungen, oder sehr situativ umgesetzt, aber zentral soll für das Publikum natürlich schon das nahe Erleben dieser großen Fragen, die uns alle betreffen, sein.
Ihr werdet dieses Jahr in der alten Spitzenfabrik in St. Pölten spielen. Was ist das besonderes an diesem Ort und welches Setting werden die Zuschauer*innen vorfinden?
Es wird ein festliches Setting, in dem wir Bürger*innen und Publikum wild durcheinandermischen und an gemeinsame Tische bitten!
Nach 10 Jahren ist dies deine letzte Produktion mit dem Bürger*innentheater in St. Pölten. Wie schaust du auf diese Zeit zurück?
Ich bin wirklich sehr dankbar, dass ich in diesen zehn Jahren mit so vielen tollen Menschen arbeiten, entwickeln und auch träumen durfte, diese gemeinsame Autorenschaft und Kraft, vor allem in den Endproben hat mich immer wieder aufs Neue begeistert. Und ein Stück Furchtlosigkeit vor schwierigen Bedingungen und großen Ensembles nehme ich mir auch mit.
WAS BRAUCHEN SIE ZUM GLÜCK? FRAGEBOGEN
von Max Frisch
Eine Produktion des Bürger*innentheaters
Spitzenfabrik St. Pölten (Spitzenfabrikstrasse 2, 3107 St. Pölten)
Premiere: Sa 25.04.26
ALTERSEMPFEHLUNG:
Ab 12 Jahren
Mit Mircan Adtakan, Hasan Adtakan, Yüksel Arslan, Romana Bayer, Karin Dunky, Sonja Dürnberger, Robert Fallenstein, Sofia Farook, Doris Figl, Anita Freudenthaler, Ingrid Garschall, Elisabeth Graf, Gerald Grois, Anna Gromova, Renate Hubinger, Anna Jarosch, Doris Kraushofer, Astrid Krizanic-Fallmann, Martina Kuchler, Margit Leuthner, Monika Maurer-Auer, Siegrid Mayer, Roswitha Müllauer, Christine Nusterer, Sonja Oberreiter, Mathias Pichler, Hanna Pietsch, Margarete Purkarth, Auguste Reichel, Caroline Schindele, Maria Schmiedecker, Clara Schmieder-Sekyra, Philipp Spindler, Wolfgang Steinert, Gaby Wierts-Leb, Claudia Zawadil
Inszenierung Nehle Dick
Komposition und musikalische Einrichtung Florian Kmet
Video Hannah Strobl
Regieassistenz Nelly Ebert
Dramaturgie Sabrina Hofer