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Dieser Artikel ist eine gekürzte Fassung, deren Ausführung Sie mit Erwerb des Programmhefts zu Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui bei unseren Vorstellungen erhalten.

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TAGE DER KOMMUNE

11 Regiepersonen, 11 Spielende, Bühne, Kostüm, Musik, Video, Choreografie, Puppenspiel und Bertolt Brecht persönlich – wir wagen ein großes Theaterexperiment, ein Kaleidoskop unterschiedlichster Blickwinkel auf Brechts Historienfarce. 

 

Wie kann das gehen? Wie kommt man auf so eine Idee? Und…

…was steckt überhaupt hinter der Idee?

Patricia Nickel-Dönicke eröffnet ihre erste Spielzeit am Landestheater mit einer Produktion, die sinnbildlich für alles steht, was Theater als gemeinschaftliche Kunstform ausmacht. 11 Regiepersonen aus dieser und nächster Spielzeit inszenieren ein gemeinsames Projekt, gleichzeitig ist auch das gesamte elfköpfige Ensemble besetzt, es kommt also das gesamte künstlerische Potential des Hauses zusammen. Ausgehend von Brechts Entwurf des Epischen Theaters, gehen wir einen kollektiven Weg, auf dem jede:r in ihrer und seiner eigenen Handschrift den „Aufhaltsamen Aufstieg des Arturo Ui“ untersucht.

 

…wie war die Herangehensweise?

Essenziell war eine inhaltliche Verständigung darüber, was wir heute in diesem mit dem Dritten Reich assoziierten Stoff finden. In jenes von Brecht minutiös beschriebene Uhrwerk des faschistischen Aufstiegs, das sich derzeit in vielen Weltregionen wieder abspult oder abzuspulen droht, wollten wir mit den Mitteln des theatralen Erzählens eingreifen. Der Text begreift sich als Handlungsaufforderung an alle, doch richtet sich, so unsere These, insbesondere an die „Stille Mitte“.

 

…wen meint die „Stille Mitte“?

Im Stück ist nun der mehrheitliche Anteil einer Gesellschaft gemeint, der in Zeiten einer sich radikalisierenden Debattenkultur zurückhaltend agiert, aus vielfältigen Gründen. Wie reagiert man als jemand, der oder die eigentlich „unpolitisch“ ist, unter dem Druck politischer Instabilität? 

 

…welche inhaltliche Zielsetzung gab es?

Es geht uns darum, wiederholende Machtprinzipien aufzuzeigen und die episodenübergreifenden Fragen von Gewalt und Gerechtigkeit zu behandeln. Zentral bleiben die Ursprünge und Ermöglichung von Demokratieschwund und juristischen sowie politischen Versagens.

 

…wie verlief die Vorbereitung?

Für die Aufteilung der Szenen untereinander war es wichtig, die unterschiedlichen Arbeitsansätze und Stile zu kennen. Brechts Stück bot hier den nötigen Raum, um unsere individuellen Zugänge zu formulieren und sie gezielt in Szenen einfließen zu lassen. Die Arbeit im Kollektiv ist dabei ganz im Brecht’schen Sinne – die „Brecht-Werkstatt“ war eine effiziente Produktionsmaschine, die Kunst an sich und Theater im Besonderen als gemeinsamen Prozess verstand. 

 

…wie probt man das?

Gemeinsam mit dem neuen Ensemble, dem neuen Leitungsteam, den vielen Gastkünstler:innen, den technischen Gewerken des Hauses, den Assistierenden und einem unermüdlichen Künstlerischen Betriebsbüro, begann bereits Anfang 2026 mit der Planung ein seltener koordinativer Kraftakt. Ein besonderer Dank gilt hier allen Beteiligten zur Verwirklichung dieses einzigartigen Theaterprojekts.

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