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Von Menschen und Autos

Wir haben Marleen Scholten von Wunderbaum um einen Einblick in die Entwicklung des Stücks „Alfa Romeo und die elektrische Giulietta“ gebeten:

Das Stück spielt bei einem Treffen von Fans der Automarke Alfa Romeo. Was passiert an so einem theatralen Vereinsabend?

Wir treffen auf eine europäische Versammlung von Alfa-Fans, die einer aussterbenden Technologie anhängen. In einer Zeit, in der wir nicht mehr mit alten Autos herumfahren sollten, verfolgen wir die Geschicke von diesen Menschen, welchen es schwer fällt, Abschied zu nehmen. Sie singen zusammen, sie trinken zusammen, und manchmal hören sie nur dem Klang ihrer Autos zu. Denn es geht um ihr Leben und ihre Identität, die auf dem Spiel stehen.

Sie singen zusammen, sie trinken zusammen, und manchmal hören sie nur dem Klang ihrer Autos zu.
Marleen Scholten über die Treffen der Alfa-Fans

Italienische Autofans treffen auf österreichische, niederländische und deutsche Autofans. Was unterscheidet sie voneinander, und was (neben dem Auto) sind ihre Gemeinsamkeiten?

Sie teilen ihre Leidenschaft und Aufopferung, egal aus welchem Land sie stammen. Aber wie sie ihre Leidenschaft ausdrücken, ist je nach Kontext unterschiedlich. Die Niederländer*innen sind geradeheraus und nüchtern, die Österreicher*innen und Deutschen sind sehr gut im Verein organisiert, die Italiener sind emotional involviert. Ein bisschen wie im echten Leben.

„Alfa Romeo und die elektrische Giulietta“ ist auch Musiktheater. Wovon erzählt Musik, die von Autos inspiriert ist?

Die moderne Opernmusik, welche Annelinde Bruijs für uns schreibt und die die niederösterreichische Sängerin Jamie Petutschnig singt, zitiert eine überbordende italienische Welt, in der die Träume grenzenlos sind. Die Musik verbindet die Alfistas. Sie entführt das Publikum in ein Universum, in dem Autos heroische Wesen sein können. Etwa das Modell Giulia, die „Tochter des Windes“.

Die Musik [...] entführt das Publikum in ein Universum, in dem Autos heroische Wesen sein können.
Marleen Scholten über die Bühnenmusik

Wie ist Wunderbaum entstanden, und wie arbeitet ihr im Kollektiv miteinander?

Wir kennen uns seit der Schauspielschule, und hatten das Glück, früh miteinander Arbeiten verwirklichen zu können. Inzwischen machen wir das seit über 20 Jahren. Meist arbeiten wir an Stückentwicklungen, jemand hat eine Idee, und dann recherchieren wir dazu, erstellen ein Konzept und schauen, wer von uns spielt, ob wer von uns die Endregie übernimmt, etc. Wir versuchen, alle wichtigen Entscheidungen gemeinschaftlich zu treffen, trotzdem nehmen alle von uns immer wieder andere Rollen innerhalb eines Prozesses an. Und manchmal, wie jetzt in St. Pölten, holen wir dann auch noch andere Theatermacher*innen dazu.

Wie entwickelt ihr auf den Proben den Text?

Zu Beginn haben wir sehr viele Interviews geführt, mit Vertreter*innen der Alfaclubs verschiedener Länder, mit ehemaligen und gegenwärtigen Angestellten von Alfa Romeo. Aus diesen Interviews, bei denen auch die Spieler*innen dabei waren, entstehen dann Figuren, wir improvisieren und lernen anhand der Quellen über unsere Figuren. Und nach und nach entsteht dann die Struktur des Theaterabends und damit auch der Text.

    Sa, 12. Oktober 2024 16:00 Uhr
    Szenenfoto Alfa Romeo und die elektrische Giulietta. Walter Bart, Marleen Scholten, Tobias Artner, Simone Cammarata, Jamie Petutschnig, Laura Laufenberg.
    Nachmittags-Abo 2024 Samstags-Abo 2024 Schnupper-Abo 2024 Stückeinführung um 15:30
    Eine Koproduktion mit dem Kollektiv Wunderbaum und Tangente St. Pölten - Festival für Gegenwartskultur
    Landestheater Niederösterreich Großes Haus

    Vorverkauf

    ab Di, 18. Juni 2024 09:00 Uhr
    Mi, 16. Oktober 2024 19:30 Uhr
    Szenenfoto Alfa Romeo und die elektrische Giulietta. Walter Bart, Marleen Scholten, Tobias Artner, Simone Cammarata, Jamie Petutschnig, Laura Laufenberg.
    Abo International 2024 Mittwochs-Abo 2024 Donnerstags-Abo 2024 Freitags-Abo 2024 Zum letzten Mal Publikumsgespräch im Anschluss
    Eine Koproduktion mit dem Kollektiv Wunderbaum und Tangente St. Pölten - Festival für Gegenwartskultur
    Landestheater Niederösterreich Großes Haus

    Vorverkauf

    ab Di, 18. Juni 2024 09:00 Uhr
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