Der Talisman

Landestheater Großes Haus

von Johann Nepomuk Nestroy

Einführung / Kurzbeschreibung

von Johann Nepomuk Nestroy

Willkommen in einer Welt, die ihr Glück mehr vom Schein als vom Sein abhängig macht. Alle Menschen sollen mit gleichen Chancen auf die Welt kommen, doch auf dem Schloss von Cypressenburg herrschen eigene Regeln. Neben den Vorrechten von Geburt und Profession ist vor allem die Haarfarbe entscheidend für das Schicksal der Menschen. Ganz unten im sozialen Gefüge stehen die Rothaarigen. Während die Gänsemagd Salome Pockerl ihre morgensonnige Haarpracht mit Stolz verteidigt, leidet der ebenfalls rothaarige Titus Feuerfuchs unter der Ausgrenzung. Als ihm ein Zufall zu einer gesellschaftsfähigen Haarfarbe verhilft, packt er sein Schicksal beim Schopf. Es sieht so aus, als stünde dem gesellschaftlichen Aufstieg nichts mehr im Wege …

Auf dem Zenit seiner Karriere veröffentlichte der Dramatiker und Theaterallrounder Johann Nepomuk Nestroy 1840 sein Meisterwerk „Der Talisman“ voll hinreißender Komik, witzesprühender Dialoge und messerscharfer Kritik an den Verhältnissen seiner Zeit. Das Regie-Duo und Theaterleiter-Pärchen des Wiener Bronski & Grünberg Theaters, Kaja Dymnicki und Alexander Pschill, bekannt für einen rasant-erzählerischen, witzig-klugen Inszenierungsstil, bringt die Komödie mit viel Musik und eigenen Couplets auf die Bühne. Die Produktion steht auch als Silvestervorstellung für Sie auf dem Spielplan!

Pressestimmen

Kurier

Alexander Pschill und Kaja Dymnicki gelingt Nestroys „Der Talisman“ hinreißend.

Florian Carove, ein wunderbarer Nestroy-Komödiant.

Laufenberg versucht sich kurz im Kärnterischen und macht Defizite mit einem hinreißend subtilen Spiel wett.

Gustostückerln sind Slapstick-Einlagen samt Vertonungen nach Art der Dick-&-Doof Stummfilme: ewenn Salome und Titus ihr Hüte lüpfen, tauchen die Haare alles in rotes Licht - und der Kuckucksuhrkuckuck kriegt fast einen Herzinfarkt. Sehr amüsant! 

Die Presse

Gags, Gags, Gags!

In St. Pölten sind zwei flotte Stunden zu erleben, voll überraschender Gags und Mut zur reinen Unterhaltung, zu erbarmungslosen Kalauern.

Wer würde nicht einen Christian Dolezal loben? Er macht aus der Rolle überdrehtes Kabarett: grauer Arisierer und Autor schmachtet in irre dekadentem Wienerisch nach dem untersetzten Gigolo

Salome durchblickt das Spiel sofort, bald auch der Gärtnergehilfe Plutzerkern (Michael Scherff spielt ihn excellent, nämlich fast zurückhaltend)

Denn im Landestheater wird rasant und ungeniert gespielt, auf Schenkelklopfer spekulierend. Raunzende Wiener Weißwürstel können beruhigt sein: Nestroy bleibt Nestroy.

Musiker Stefan Lasko mit dezentem Humor.

Der Standard

Die Aufführung, die in der kommenden Spielzeit weiter zu sehen sein wird und die am 31. August auch an der Bühne Baden gastiert, verfügt aber über ein paar schmucke Details und ist sprachlich neu durchgewürzt. Jedem Zeitalter seine Rotschopf-Synonyme: "Lavabuschn", "Blutwuckerl", "Rosthoden", "Sozilocke"! Oder auch: "Toupet oder not to pay?

Interview mit Alexander Pschill

Alexander Pschill über Nestroys Genialität und die Theaterarbeit im Team:

Was macht die Sprache von Nestroy so besonders?

Ich finde es immer wieder unglaublich, in welcher Knappheit Nestroy die Dinge auf den Punkt bringt. Wie poetisch und tiefgründig er in wenigen Worten ist. Zum Beispiel der Satz: „Wenn alle Stricke reißen, hänge ich mich auf.“ Da steckt so viel psychologische, philosophische, dramatische, politische Weisheit drin, das ist einfach faszinierend. Man kann das mit Shakespeares Komödiensprache vergleichen.

Du kennst Nestroy auch aus der Perspektive des Schauspielers.

Ich habe mit 23 Jahren den Gigl in „Das Mädl aus der Vorstadt“ gespielt. Es war eine große Herausforderung, mit Nestroys Texten umzugehen, ihnen gerecht zu werden und herauszufinden, wie man diese sehr spezifisch österreichischen Pointen setzt. Nestroys Sprache war ja bahnbrechend für den österreichischen Humor. Bis heute haben wir ihm sehr viel zu verdanken.

Wie habt ihr das Stück ins Heute gebracht?

Wir wollten die Position der Salome ausbauen, die zwar immer als starke Figur beschrieben wird, aber bei allem Respekt für den Autor doch sehr devot charakterisiert ist. Es war uns ein Anliegen, Salome noch mehr Bedeutung und Selbstbewusstsein einzuräumen. Eine andere Veränderung ist, dass Titus nicht nur Frauen an der Nase herumführt, nicht nur sie fallen auf ihn herein, sondern die Menschen generell. Christian Dolezal spielt den Herrn Cypressenburg, der ebenso dem Charme des Titus erliegt.

Du hast vorhin schon Shakespeare erwähnt. Euer Bühnenbildkonzept könnte man als Simultanbühne beschreiben, mit der sowohl Nestroy selbst als auch Shakespeare gearbeitet haben.

Wir sind es in unserem kleinen Theater [Anm.: Bronski & Grünberg in Wien] gewohnt, dass Szenenwechsel fast unmöglich sind und haben eine Tugend daraus gemacht. In unseren Stücken spielt fast alles in Realzeit und manchmal gleichzeitig. Im Landestheater können wir dafür die Drehbühne nutzen. Auch in unserer Fassung für „Der Talisman“ gibt es nur kleinste Zeitsprünge. Ich mag es, wenn die Schauspieler*innen am Schluss schweißgebadet sind und ihre Figuren sind es ebenso, weil sich alles in einer Einheit der Zeit abgespielt hat.

Ihr arbeitet als Regieteam. Wie funktioniert das?

Meistens schreibt Kaja Dymnicki die eine Hälfte des Stückes, ich die andere und dann reichen wir es noch ein paar Mal hin und her. Wir sind so symbiotisch bei der Erstellung der Fassung, dass wir nach der Premiere nicht mehr wissen, wer welchen Satz geschrieben hat. Auch das Ausstattungskonzept erarbeiten wir gemeinsam. Danach trennt es sich: Kaja ist die Einzige von uns beiden, die weiß, wie man einen Hammer hält, und sie ist für die Ausführung der Ausstattung mit den Werkstätten verantwortlich. Ich übernehme die Arbeit mit den Schauspieler*innen.

 

Seit 2015 arbeiten die Bühnenbildnerin Kaja Dymnicki und der Schauspieler Alexander Pschill im Bereich Text, Regie, Bühne und Schauspiel zusammen. Sie sind Mitbegründer und im Leitungsteam des Theater Bronski & Grünberg.

Erhältlich in folgenden Abos

Wochentags-Abo
Schnupper-Abo
Nachmittags-Abo
Abo Landestheater & Festspielhaus
Jugend-Abo 14+

Details und Tickets

  1. Schulvorstellung Landestheater Großes Haus
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  2. Landestheater Großes Haus

    | Stückeinführung 18:30

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  4. Landestheater Großes Haus

    | Publikumsgespräch im Anschluss

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  5. Letzte Vorstellung Landestheater Großes Haus

    | Stückeinführung 15:30

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