Herr Puntila und sein Knecht Matti

Landestheater Großes Haus

von Bertolt Brecht
mit Musik von Paul Dessau

Einführung / Kurzbeschreibung

von Bertolt Brecht
mit Musik von Paul Dessau

„Wir zeigen Euch heute Abend hier, ein gewisses vorzeitliches Tier, … auf deutsch ‚Gutsbesitzer‘ genannt.“ Eine wahre Geschichte, erzählt von seiner Gastgeberin im finnischen Exil, inspirierte Bertolt Brecht 1940 zu seinem märchenhaften Volksstück. Der reiche Bauer Puntila ist im betrunkenen Zustand ein geselliger Menschenfreund, aber während seiner „Anfälle von Nüchternheit“ mutiert er zum Tyrannen, der willkürlich sein Personal beschimpft oder entlässt. Puntilas Tochter Eva versucht, ihm den Alkohol zu verbieten, und wird dadurch ebenfalls zum Spielball seiner despotischen Eskapaden. Als Puntila sie zu einer Heirat zwingen will, inszeniert sie mit dem Chauffeur Matti ein vorgebliches Liebesverhältnis, das die Herrschaftsverhältnisse auf dem Gutshof noch zuspitzt.

Die Wirren des Zweiten Weltkriegs stets im Bewusstsein und finnische Birkenwälder vor Augen verfasste Bertolt Brecht seine komödienhafte Parabel: „Über den Puntila kann ich fast alles schreiben, über den Krieg nichts.“ notierte er in sein Tagebuch. Die von dem Philosophen Hegel beschriebene dialektische Abhängigkeit von Herrn und Knecht führt nach Brechts Interpretation zu einer gemeinsamen Verantwortung aller Beteiligten für eine gerechtere Gesellschaft.

In der Tradition von Brechts Theaterpraxis inszeniert die Regisseurin und Schauspielerin Ruth Brauer-Kvam mit viel szenischem Humor und Live-Musik eine lustvolle Selbstermächtigung der Figuren. In der letzten Spielzeit hat sie mit großem Erfolg bei Publikum und Presse „Molières Schule der Frauen“ auf die Bühne des Landestheaters Niederösterreich gebracht.

Pressestimmen

DIE PRESSE

„Kann man Brechts Lehrstück-Schwank „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ heute noch spielen? Ruth Brauer-Kvam gelingt es am Landestheater Niederösterreich mit einem eleganten feministischen Dreh.“

„Ausgezeichnetes Ensemble.“

„Laura Laufenberg drückt die besondere Rolle der Eva perfekt aus. Tim Breyvogel legt den Matti naheliegenderweise wie eine Figur des finnischen Filmemachers Aki Kaurismäki an, mit fettigem Vokuhila und lakonischem Blick rührt er nicht nur Evas Herz. Tilman Rose ist ein kernweicher, gnadenlos sympathischer Puntila. Marthe Lola Deutschmann ist ein gefährlich überspanntes Apothekerfräulein, Michael Scherff zeigt, dass er sich auch auf schwäbischen Zungenschlag versteht, nur zum Beispiel.“

„Bei aller Überzeichnung wird der Klamauk in den meist kräftig karierten Kostümen Ursula Gaisböcks nie sinnlos. Kyrre Kvam hat Paul Dessaus Musik geschickt überarbeitet und mit finnischen Tango-Elementen angereichert, Breyvogel (am Schlagzeug) und Laufenberg (am Cello) spielen öfter heftig mit. Auch dabei brillieren sie. Mit ihnen und Brauer-Kvam würde man gern noch das ein oder andere Brecht-Stück revitalisiert sehen.“

KURIER

 

„70er Jahre Revue mit Witz, Tempo und böser Gesellschaftskritik“

„Das Ensemble ist sehr gut, so gibt Tim Breyvogel einen Matti im Doors Style, Tilman Rose lässt als Puntila einen Nestroy durchblicken. Und Laura Laufenberg führt als sexy Eva ein starkes Ensemble an. Am Ende steht die Emanzipation. Und das ist richtig.“

DER STANDARD

„Dem spielfreudigen, enorm wandlungsfähigen Ensemble zuzusehen macht Spaß.“

Details und Tickets

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