Einführung / Kurzbeschreibung

Eine deutsche Erregung nach Heinrich von Kleist
GASTSPIEL THALIA THEATER, HAMBURG
Österreich-Premiere

Man kennt die Geschichte: Der Pferdehändler Michael Kohlhaas kommt an eine Grenze und soll einen Passierschein lösen. Man einigt sich darauf, dass er zwei Pferde als Pfand zurücklässt. Als er diese auf der Rückreise abholen will, findet er sie halb verhungert. Damit beginnt eine höchst verwickelte Geschichte, in der aus einem Grenzvorfall ein Rechtsstreit wird, der zu einer unglaublichen Eskalation von Gewalt führt, weil Michael Kohlhaas einen Rachefeldzug beginnt. Ist Kohlhaas ein Rebell? Oder eher ein passionierter Querulant, der ein korruptes System bekämpft, in dem Willkür und Vetternwirtschaft statt Recht und Ordnung das Prinzip sind? Findet das „Prinzip Kohlhaas“ auch heute noch Nachahmer, die in seiner Tradition stehen? „Vom Kohlhaas“, heißt es in der Chronik von Kleist, „haben noch im vergangenen Jahrhundert einige frohe und rüstige Nachkommen gelebt.“ Was ist eigentlich aus ihnen geworden?

Der Regisseur Antú Romero Nunes führt Kleists urdeutsche Rechthaber-Moritat ins Heute und zeigt sie aus der Sicht der Nachkommen: Die Gebrüder Kohlhaas führen selbstständig ein Import-Export-Geschäft. Während der Feier des Firmenjubiläums trifft eine Nachricht ein, die alles verändert. Das Gewerbe der Gebrüder Kohlhaas steht auf dem Spiel. Was tun? Sie erinnern sich an die alte Familiengeschichte, an Kohlhaas, den Pferdehändler. Die Geschichte des Kohlhaas liefert ihnen eine Begründung und höhere Legitimation für ihr eigenes Handeln.

„Das ist perfektes Handwerk, das ist große Theaterkunst mit grandiosen Schauspielern. Bis zum letzten Taschenspielertrick.“ nachtkritik.de
„Eine scharfe politische Analyse, eine inhaltliche und formale Achterbahnfahrt, die zeigt, mit welcher Sicherheit der gerade mal 34-jährige Nunes sein Handwerk beherrscht.“ Hamburger Abendblatt

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