Gemeinschaftskernkraftwerk

Ein dokumentarisches Theaterprojekt im Kernkraftwerk Zwentendorf

Einführung / Kurzbeschreibung

Ein dokumentarisches Theaterprojekt im Kernkraftwerk Zwentendorf

Eine versprengte Gruppe von Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und Idealist*innen setzt sich in den Kopf, ein bereits in Bau befindliches Kernkraftwerk zu verhindern. Ein scheinbar aussichtsloser Kampf, der mit Leidenschaft und Kreativität zu einem unwahrscheinlichen Ergebnis führt – das bis heute unser Leben prägt. Und viele Fragen aufwirft: Können wir die Natur beherrschen? Wenn es um den Profit der Gegenwart geht, wer wahrt die Interessen zukünftiger Generationen? Wie entsteht eine zivilgesellschaftliche Bewegung und wie kann sie ihre Ziele erreichen? Wer darf sich als Expert*in äußern? Wer kann die öffentliche Meinung kontrollieren?

Das dokumentarische Theaterstück erzählt die Geschichte des „Gemeinschaftskernkraftwerks Tullnerfeld“ und der Widerstandsbewegung neu. Es schreibt die gegenwärtigen Fragen zur Energie in die Zukunft fort. Die Globart-Eröffnungsproduktion des neuen Intendanten Jakob Brossmann und seines Co-Regisseurs Manfred Rainer lädt das Publikum an den Schauplatz der Geschichte: Im Rahmen von „100 Jahre Niederösterreich“ entsteht in Kooperation mit dem Landestheater Niederösterreich ein Theaterstück mit Zeitzeug*innen und Schauspieler*innen im Reaktor des Kernkraftwerks.

Eine ökologisch und geopolitisch prekäre Gegenwart stellt drängende Fragen an die Geschichte und die Spuren, die der Protest in den persönlichen Biografien und in der Gesellschaft hinterlassen hat. „Es ist erschreckend, dass diese Themen 50 Jahre nach Grundsteinlegung des Kernkraftwerks nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben – im Gegenteil“, so Jakob Brossmann. „Mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen im Inneren des Atomkraftwerks ein Stück zu entwickeln, ist eine unglaubliche und intensive Erfahrung.“ „Da geht es sehr stark um die Fragen von Macht und Ohnmacht, von technischen Allmachtsfantasien und gemeinsamer Handlungsfähigkeit“, ergänzt Manfred Rainer.

Namhafte Protagonist*innen der Anti-AKW-Bewegung wie Bernd Lötsch, Peter Weish und die Schmetterlinge-Sängerin Beatrix Neundlinger werden an dem Projekt mitwirken, ebenso wie Theateraktivist Heini Brossmann und „Lehrerin gegen Atomkraftwerke“ Heidrun Pirchner. Aus der Region erzählen Gendarm und Vizebürgermeiste AD Peter Grestenberger, die Fleischhauerin Maria Höchtl und Pastoralassistent Michael Ledwinka von ihren Erfahrungen, die durch den Bau und die Verhinderung des Atomreaktors unmittelbar geprägt sind. Aus dem Ensemble des Landestheater Niederösterreich sind mit Bettina Kerl und Tim Breyvogel zwei Publikumslieblinge und engagierte Künstler*innen Teil des Projekts. Die Musik gestaltet Florian Bogner.

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