Spielzeit 2022/2023

Pygmalion

von George Bernard Shaw
Szenenbild aus "Pygmalion". Professor Higgins beim Unterricht von Eliza, rechts davon noch ein Herr.

Beschreibung

Eliza Doolittle arbeitet als Blumenverkäuferin auf dem Markt. Mit losem Mundwerk und proletarischem Selbstbewusstsein ausgestattet, trifft sie auf den Phonetikprofessor Higgins. In seiner Profession erkennt sie die Chance zum gesellschaftlichen Aufstieg und bittet ihn um Sprechunterricht. Nach erstem Zögern beschließt Higgins, an Eliza ein Exempel zu statuieren. Er wettet mit seinem Kollegen Pickering, aus dem „Blumenmädchen“ eine Dame der Gesellschaft machen zu können. Voll Eifer nimmt er Eliza bei sich auf und beginnt, sie nach seinen Vorstellungen zu einem perfekt integrierten Wesen der Upper Class zu formen.

Aus heutiger Sicht liest sich „Pygmalion“ als Manifestierung des Diktums von Simone de Beauvoir, dass man nicht als Frau zur Welt kommt, sondern dazu gemacht wird, wobei das Stück die Geschlechterfrage mit Fragen von Klassenbewusstsein verbindet. Dieses „Gemachtwerden“ ist auch Kern des dem Stück zugrunde liegenden Mythos aus Ovids „Metamorphosen“: Ein Künstler schafft aus Marmor die Statue einer Frau, der er verfällt, und die von der Göttin Venus zum Leben erweckt wird.

George Bernard Shaws Parabel über sexistische Erwartungen an Frauen und über die Verachtung der oberen für die unteren Klassen wurde 1913 im Wiener Burgtheater uraufgeführt. Popkulturell verewigt und um eine Liebesgeschichte ergänzt, wird das Stück in den 1950er-Jahren durch das Musical „My Fair Lady“ neu erzählt.

Die Regisseurin Ruth Brauer-Kvam kehrt nach ihren gefeierten Inszenierungen „Molières Schule der Frauen“ und „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ ans Landestheater zurück. Lustvoll und zugleich provokant wird sie in ihrer musikalisch-theatralen Version die patriarchale Welt aus den Angeln heben und den Mythos für das 21. Jahrhundert deuten.

 

Dauer: 1 Stunde und 50 Minuten, keine Pause

 

PRESSESTIMMEN

„Ruth Brauer-Kvam inszeniert ‚Pygmalion‘ im Landestheater St. Pölten mit tollem Soundtrack.“

„Musikalisch legt es auch Ruth Brauer-Kvam in ihrer Inszenierung an. Die Musik steuert ihr Mann Kyrre Kvam bei, und man wünschte, er hätte nicht nur einige Nummern dafür komponiert, sondern würde einen die ganzen knapp zwei Stunden dauernden Soundtrack liefern. Denn er trompetet, spielt Klaviertöne ein, singt betörend.“ 

„Körperkomik ist neben Sprachkomik eine Stütze des hochsympathischen Abends.“
Der Standard

„Flott und voller Herzenslust spielt das Ensemble G. B. Shaws ‚Romanze‘. Ruth Brauer-Kvams Inszenierung ist reich an Ideen [...].“

„Zwar wird auf das Musical Lerners und Loewes von 1956 (das auch verfilmt wurde) immer wieder angespielt, doch im Kern ist man dem bissigen Shaw näher, der Freiheit, Gleichheit, Menschlichkeit fordert.“

„‚Pygmalion‘ ist hier ambitioniert anspielungsreich, bizarr und genderfluid angelegt.“
Die Presse

  • Szenenbild aus "Pygmalion". Professor Higgins und seine Schwester sitzen auf einem Sofa während Ihnen Tee eingeschenkt wird.
    © Luiza Puiu
  • Szenenbild aus "Pygmalion". Alle Schauspieler*innen strecken einen aufgespannten Regenschirm in die Luft.
    © Luiza Puiu
  • Szenenbild aus "Pygmalion". Mehrere Personen in Ballkleidung tanzend auf der Bühne.
    © Luiza Puiu
  • Szenenbild aus "Pygmalion". Ein Schauspieler steckt in der Bodenklappe, während eine andere Schauspielerin mit einem Bein oben steht und versucht, sie zu verschließen.
    © Luiza Puiu

Mitwirkende

  • Eliza Doolittle
    Tim Breyvogel
  • Eliza Doolittle, Mrs. Eynsford-Hill
    Fanny Krausz
  • Musiker
    Kyrre Kvam
  • Inszenierung
    Ruth Brauer-Kvam
  • Bühne und Kostüme
    Monika Rovan
  • Musik
    Kyrre Kvam
  • Dramaturgie
    Julia Engelmayer
  • Ausstattungsassistenz
    Martine Mairhofer

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