#wirkommenwieder

Am 07. November wäre die Premiere von „Das kleine Gespenst" gewesen. Da wir zur Zeit nicht spielen können, um mitzuhelfen die Corona Ausbreitung wieder einzudämmen, überbrücken wir die Zeit mit unterschiedlichen Formaten und Angeboten im Netz. Im Interview mit der Regisseurin Asli Kişlal erfahren Sie, welche Burg in Niederösterreich sie beim Schreiben inspiriert hat und mit welchen eingefahrenen Sichtweisen sie brechen will ...

Was ist das Tolle an der Geschichte vom kleinen Gespenst?
Ein kindliches Gespenst hat den großen Wunsch, nicht mehr nachts allein herumzuspuken, sondern bei Tageslicht unter Menschen zu sein. Aber wenn sich ein Wunsch erfüllt, muss man manchmal erst lernen, mit neuen Situationen umzugehen. Sonst kann man mit einem erfüllten Wunsch sehr unglücklich sein. Auf dem Weg dahin lernt das Gespenst auch, das zu schätzen, was es schon hatte.
Du hast die Kinder mehr ins Zentrum gerückt. Warum?
Ich finde es spannend, die Geschichte mit den Augen der Kinder zu erzählen – ihre Freundschaft, ihren Zusammenhalt, ihre Fantasien und ihren Mut in den Mittelpunkt zu rücken. Sie nennen die Dinge beim Namen, sie sind offen für neue Erfahrungen, sie schweifen nicht ab. Sie sehen das Gespenst nicht als Feind, sondern als ein Wesen, das Hilfe braucht. All diese Qualitäten machen die Kinder auch zu den „Retter*innen“ der Stadt und des Gespensts!
Solange das kleine Gespenst in der Nacht aktiv ist, ist es weiß, sobald es bei Tageslicht auftaucht, wird es schwarz. Wie gehst du mit der problematischen Zuschreibung – „weißes Gespenst ist gut“, „schwarzes Gespenst ist schlecht“ – um?
Das Schwarz-Weiß-Denken haben viele von uns Erwachsenen ja stark verinnerlicht. Viel Böses, Ungutes, Falsches nennen wir schwarz: Schwarzfahren, ein schwarzer Tag etc., und umgekehrt steht die Farbe Weiß für Unschuld, Sauberkeit, für das Liebenswerte. Was passiert aber, wenn wir diese Eigenschaften von dem Äußerlichen trennen? Dieser Herausforderung, festgefahrene Sichtweisen zu durchbrechen, wollen wir uns stellen.
Niederösterreich ist voller Burgen. Hast du dich beim Schreiben der Fassung inspirieren lassen?
Oh ja, diese Fassung entstand auf der Burg Plankenstein, in der Nähe des Pielachtals.
Das Gespenst kann fliegen. Der Uhu kann fliegen. Wie macht ihr das auf der Bühne?
Mit viel Fantasie ;)


Asli Kişlal ist Regisseurin und Schauspielerin. Sie wurde in Ankara geboren und lebt seit 1990 in Wien, wo sie 1995 den Preis für die „Beste Jugendtheatergruppe Österreichs“ erhielt. Sie spielte viele Jahre im Ensemble des Theaterhauses Stuttgart. Regieengagements führten sie u.a. ans Staatstheater Mainz und ans Landestheater Linz. 2004 gründete sie den Theaterverein daskunst, 2013 das diverCITYLAB – eine Mischung aus Schauspielerschule und Kunstverein zur Förderung junger postmigrantischer Theaterkünstler*innen.

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