Die Geschichte des revolutionären Friseurs kommt frisch gestylt als Schauspiel auf die Bühne des Landestheaters.

NICHT DIE OPER! ABER VIEL MUSIK

Die Geschichte des revolutionären Friseurs kommt frisch gestylt als Schauspiel auf die Bühne des Landestheaters.

Figaro, der Diener und Friseur des Grafen, liebt Susanna. Auch der Graf begehrt Susanna, aber das darf seine Ehefrau nicht wissen. Marcellina, bei der Figaro Schulden hat, will die Hochzeit platzen lassen und ihn selbst heiraten. Dann gibt es noch den Pagen Cherubino, der sowieso für alle Frauen schwärmt. „Figaros Hochzeit“ gehört zu Mozarts beliebtesten Opern und vereint alles, was ein guter Bühnenstoff braucht: Liebe, Intrigen, Macht, Verwechslung und viel Witz. Doch was geschieht, wenn ein Libretto auf der Bühne gesprochen und nicht gesungen wird?

Das will das Team um Regisseur Philipp Moschitz, der in der letzten Spielzeit die umjubelte Erfolgskomödie „Um die Wette“ inszeniert hat, herausfinden. Musiker Boris Fiala arrangiert Mozart neu und hat uns vorab ein paar Fragen zu diesem Klassiker der Opernliteratur beantwortet.

 

Wo liegen deine musikalischen Wurzeln?

Da mein „Stamm-Instrument“ das Cello ist, habe ich wohl ein gewisses Faible für Barock. Weitere Instrumente - wie Klavier, Gitarre, E-Bass - habe ich mir selbst beigebracht und mich früh für Wiener Kabarett, Austropop und die deutschsprachige Popmusik begeistert. Ich kann aber beinahe jedem Musikstil etwas abgewinnen, auch Hiphop und elektronischer Musik. Seit geraumer Zeit ist der Laptop meine Basisstation, das hat viel mit meinem Beruf als Theatermusiker zu tun; oft geht die musikalische Anforderung in einer Produktion von Klassik über Tango bis Techno.

 

Was macht eine Mozart-Oper aus?

Kaum ein anderer Komponist hatte eine ähnlich große Anzahl an zeitlosen „Hits“ in seine Opern eingebaut. Außerdem schaffte er es, die ernste Opera seria und die komische Opera buffa zusammenzuführen und so einem nicht gebildeten, breiten Publikum zugänglich zu machen.

 

Was sind musikalische Besonderheiten von „Die Hochzeit des Figaro“?

Diese Oper wird oft als eine der gelungensten Mozarts beschrieben. Das liegt einerseits an der Fülle an berühmten und auch die Sänger extrem fordernden Arien, andererseits am Können Mozarts, die komplexe Handlung geschickt musikalisch voranzutreiben. Die Charakterbildung der Darsteller findet stark in den Arien und Ensemblesätzen statt und nicht nur, wie bis dahin üblich, in den Rezitativen.

 

Was macht Mozart heute noch so populär?

Die zeitlose, spielerische Leichtigkeit seiner, oft unerwartet komplexen, herausfordernden, Kompositionen. Mozart hat der aktuellen Popularmusik ein nicht unerhebliches Fundament gebaut. Überspitzt gesagt: Wenn man heute einen Top-10-Hit komponieren will, sollte man sich Mozart ganz genau anhören, da sind faszinierenderweise alle Ingredienzien drin, was eingängige Melodien und Akkordfolgen betrifft.

 

Gibt es einen vergleichbaren Geniekult um einen Musiker heute?

Ad hoc fällt mir der 2016 verstorbene Ausnahmekünstler „PRINCE“ ein, der exaltierte Live-Performance und auch kommerzielles Gespür - ähnlich wie Mozart - unter einen massentauglichen, aber immer künstlerisch beeindruckenden Hut bekam. Prince gehört aber auch schon einer Generation an, die noch sehr „analog“ produzierte. Heutzutage kann man sehr einfach und günstig produzieren und vor allem: sehr schnell einer riesigen Öffentlichkeit präsentieren. Das hat zur Folge, dass auch der Starkult immer kurzlebiger wird. Die Frage, wie bleibend ein heutiger Musiker mit seinen Kompositionen sein wird, wird daher sicher in 100 Jahren einfacher zu beantworten sein.

 

Was wird uns musikalisch erwarten?

„Figaros Hochzeit (...aber nicht die Oper!)"- Damit ist eigentlich alles gesagt. Das heißt aber nicht, dass wir die Oper nicht feiern werden!

 

Warum funktioniert „Die Hochzeit des Figaro“ auch als Schauspiel?

Die Handlung des „Figaro“ ist sehr komplex. Eine Inszenierung als Schauspiel hat den Vorteil, diese sehr lustige, verwinkelte Geschichte erzählerisch auf die Spitze treiben und sich musikalisch auf einzelne Höhepunkte konzentrieren zu können.

 

Uraufführung
FIGAROS HOCHZEIT (Aber nicht  die Oper!)
Die Geschichte eines revolutionären Friseurs
nach Wolfgang Amadeus Mozart und Lorenzo Da Ponte
am 30.01.2020 um 19.30 Uhr

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