Vertragsverlängerung für Marie Rötzer

© David Payr

In der Spielzeit 2018/19, der letzten Spielzeit vor der Corona-Pandemie, konnten die höchsten Besucher*innenzahlen seit Bestehen des Landestheaters Niederösterreich erreicht werden. In der aktuellen noch jungen Spielzeit sind mit „Yellow“, einer internationalen Koproduktion mit dem NTGent in der Regie von Luk Perceval, Thomas Manns „Der Zauberberg“ in der Regie von Sara Ostertag – einer internationalen Koproduktion mit dem Grand Théâtre de la Ville de Luxemburg – und Shakespeares „Othello“ in der Regie von Rikki Henry, einer Inszenierung, der eben ein großer Bericht in allen Ausgaben der New York Times gewidmet war sowie dem Familienstück „Das kleine Gespenst“ in der Regie von Asli Kislal, erfolgreich vier Premieren vor dem neuerlichen Lockdown gelungen.
In der aktuellen Spielzeit finden sich im Großen Haus des weiteren noch Regiearbeiten von Frank Castorf („Schwarzes Meer“ von Irina Kastrinidis, Uraufführung 29.01.22), Nikolaus Habjan („Die Blendung“ von Elias Canetti, in einer Fassung von Paulus Hochgatterer, Premiere 05.03.22), Ruth Brauer-Kvam („Herr Puntila und sein Knecht Matti“ von Bertolt Brecht, Premiere im Jänner 22), Alexander Pschill und Kaja Dymnicki („Der Talisman“ von Johann Nepomuk Nestroy, Premiere 20.05.22), sowie Gastspiele und Lesungen und mit „1922 – 2022 Frauenleben in Niederösterreich“ ein Bürger*innen-theaterprojekt im Rahmen von 100 Jahre Niederösterreich (Uraufführung 22.04.22).
Marie Rötzers aktueller Vertrag läuft bis Ende Juni 2023, jetzt wurde eine Vertragsverlängerung um weitere 5 Jahre bis Juni 2028 vereinbart.


„Ich freue mich sehr, unsere künstlerischen Linien auch in den nächsten Spielzeiten weiterverfolgen und weiterentwickeln zu können. Das Landestheater Niederösterreich wird sich weiterhin in die sozialen, gesellschafts- und umweltpolitischen Diskurse unserer Gegenwart einmischen. Es wird auch zukünftig ein Haus sein, dass zum einen mit internationalen Künstlerteams und Theaterhäusern zusammenarbeitet und zum anderen mit der lokalen Kulturszene verbunden ist. Durch die Pandemie sind aber auch viele gesellschaftliche Themen neu zu definieren. So wollen wir an einem Theater der Zukunft arbeiten, das sich den neuen Herausforderungen stellen wird, und hoffe dabei auf ein Publikum, das weiter so neugierig und offen an unseren künstlerischen Prozessen teilnimmt.“
Marie Rötzer, Künstlerische Leiterin Landestheater Niederösterreich

„Ich freue mich sehr, dass Marie Rötzer weiterhin die Geschicke des Landestheaters Niederösterreich künstlerisch leiten wird. Ihr ist es hervorragend gelungen das Haus national und international zu positionieren und damit ein starkes Zeichen für das kulturelle Potential Niederösterreichs zu setzen. Nestroy-Preise, Auszeichnungen und Nominierungen für das Kinder- und Jugendtheater, Einladungen zu internationalen Festivals, nationale und internationale Medienresonanz, wie jüngst ein großer Bericht in allen Ausgaben der New York Times, bestätigen den Weg des Hauses. Marie Rötzer hat das Landestheater Niederösterreich als kulturellen Leuchtturm etabliert und dabei mit ihrem Spielplan sowie zahlreichen Formaten und niederschwelligen Angeboten die Rolle des Hauses als regionaler Kulturversorger, auch im Bereich des Theaters für ein junges Publikum, ausgebaut. Ich wünsche Marie Rötzer und ihrem Team weiterhin viel Erfolg und Kreativität für die Herausforderungen, die die Zukunft im Hinblick auf die Bewältigung der Corona Pandemie sowie auf die Themen Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Wandel noch bringen wird.“ Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

„Ich freue mich persönlich sehr über die Verlängerung des Vertrages der künstlerischen Leiterin des Landestheaters Niederösterreich, weil damit eine in den letzten Jahren begonnene engagierte Theaterarbeit konsequent fortgesetzt werden kann. Davon zeugen: Ein junges Ensemble voller Tatendrang, das sich nicht nur im Theater präsentiert, sondern auch in der Stadt präsent ist. Dazu kommt eine Stückauswahl, die den schauspielerischen Qualitäten des Ensembles optimal entgegenkommt... und junge internationale Regisseur*innen, die auch in klassischen Stücken aktuelle gesellschaftsrelevante Themen zu finden verstehen. Viele Auszeichnungen der letzten Jahre sprechen für sich! Dass die renommierte New York Times neulich eine mehr als positive Kritik über ein Stück des St. Pöltner Theaters veröffentlichte, adelt die Arbeit Marie Rötzers auf ganz besondere Art und Weise. Chapeau und weitere erfolgreiche Jahre hier in der Nachbarschaft auf dem Rathausplatz in St. Pölten.“
Matthias Stadler, Bürgermeister der Landeshauptstadt St. Pölten

„Marie Rötzer hat das Landestheater Niederösterreich sowohl in Österreich als auch über die Landesgrenzen hinaus als eines der renommiertesten deutschen Sprechtheater positioniert, dessen Programm vom Publikum begeistert aufgenommen wird.
Ich freue mich daher, dass sie diesen Weg weiter gestalten und das Haus auch im Hinblick auf die Herausforderungen der Zukunft weiterentwickeln und profilieren wird. Das Thema Nachhaltigkeit wird dabei eine bedeutende Rolle einnehmen.
Zudem wird das Landestheater Niederösterreich unter ihrer Leitung seine Position als Kompetenzzentrum für Kinder- und Jugendtheater in Niederösterreich weiter ausbauen und dabei vor allem die Entwicklung des Theaters für junges Publikum in Baden und Wiener Neustadt fördern.“
Paul Gessl, Geschäftsführer der NÖKU-Gruppe

„Marie Rötzer bleibt noch viele Jahre bei uns, das ist eine große Freude. Ihre Qualitäten in der Intendanz unseres Landestheaters sind exzellent. Durchwegs hervorragende Eigenproduktionen, gewürdigt mit drei Nestroy-Auszeichnungen und der Blick über den Tellerrand mit interessanten Gastspielaufführungen. Ihre Umsicht während der Lockdown-Phasen zeugt von besonderer Führungsqualität. Für unseren Kulturverein hatte sie stets Wertschätzung gezeigt, so freuen sich alle auf wieder charmante Begegnungen und Diskussionen mit Marie Rötzer und ich wünsche ihr, dass wir 200 Jahre Theater in St. Pölten mit ihr nachfeiern können.“
Lothar Fiedler, Präsident des Vereins der Freunde der Kultur St. Pölten

Marie Rötzer, geboren in Niederösterreich, studierte in Wien Theaterwissenschaft und Germanistik. Während ihres Studiums war sie am damaligen Stadttheater St.Pölten als Dramaturgin engagiert. 1996 reiste sie in die Ukraine und arbeitete dort als Lektorin an der Universität Czernowitz. 1997 wurde sie in Berlin am Maxim-Gorki-Theater als Dramaturgieassistentin und später als Dramaturgin engagiert.
2001 wechselte sie als Dramaturgin, dann als Chefdramaturgin ans Schauspielhaus Graz. Ab 2006 arbeitete sie im Team von Intendant Matthias Fontheim als Chefdramaturgin am Staatstheater Mainz. Neben ihrer Tätigkeit als Dramaturgin war sie an der Uni Mainz als Lehrbeauftragte und bei der Theaterbiennale „Neue Stücke aus Europa“ als Kuratorin engagiert. Von Dezember 2012 bis Juni 2015 war Marie Rötzer persönliche Referentin des Intendanten Joachim Lux am Thalia Theater in Hamburg. Seit der Spielzeit 2016/17 ist sie künstlerische Leiterin des Landestheaters Niederösterreich in St. Pölten. Marie Rötzer ist zudem Sprecherin der „Österreichischen Intendant*innengruppe“ der Intendantinnen und Intendanten der Theater der Bundesländer in Österreich.

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