Erinnerungsbüro

Erinnerungsbüro

Theater, Gespräche und Stadtspaziergänge zur Geschichte St. Pöltens und Niederösterreichs

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts gab es vielerorts in Niederösterreich eine lebendige jüdische Kultur. Mit den Novemberpogromen im Jahr 1938 und dem Holocaust wurde diese zerstört. Das Erinnerungsbüro des Landestheaters Niederösterreich ist ein Kunstprojekt inner- und außerhalb des Theaters, das sich aus verschiedenen Blickwinkeln auf die Spuren unserer jüngeren Landesgeschichte begibt. Wir wollen jüdische und nicht-jüdische Lebensgeschichten erzählen, kulturelle Wurzeln aufspüren, über Erinnern und Erinnerungskultur reflektieren – und die Frage anregen, welche Geschichten über das letzte Jahrhundert in Ihren Familien erzählt werden. Als ortsspezifisches Projekt entsteht das Erinnerungsbüro in Zusammenarbeit mit wichtigen Partnerinnen, wie der Ehemaligen Synagoge und dem Institut für jüdische Geschichte Österreichs, dem Museum Niederösterreich, dem Verein MERKwürdig in Melk und dem Stadtarchiv St. Pölten.

 

Nathan 575

In seiner szenisch-musikalischen Einrichtung „Nathan 575“ konfrontiert das Regie-Duo Ludwig Wüst und Maja Savic zentrale Szenen aus G. E. Lessings „Nathan der Weise“ mit Zeitzeug*innenberichten von geflüchteten Jüdinnen und Juden aus Niederösterreich. Während bei Lessing Emotion und Religiosität in einen lebendigen Konflikt geraten und in der Ringparabel ihre Versöhnung finden, bezeugen die biografischen Originaltexte Menschlichkeit und Mitgefühl in Zeiten der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik. Es spielen die Ensemblemitglieder Tobias Artner und Emilia Rupperti, als Gast ist wieder einmal der beliebte ehemalige Landestheaterschauspieler Helmut Wiesinger zu erleben, und der wunderbare Akkordeonist Helmut Stippich begleitet die Produktion musikalisch. Ein Gastspiel führt die Produktion in das ehemalige KZ-Außenlager in Melk, danach wird die Inszenierung in der Ehemaligen Synagoge in St. Pölten zu sehen sein.

Termine

Di, 21.04.2020, 19:30              Melk Memorial-KZ Gedenkstätte Melk

Do, 23.04.2020, 19:30             Melk Memorial-KZ Gedenkstätte Melk     

Di, 23.06.2020, 19:30             Ehemalige Synagoge St. Pölten

Do, 24.06.2020, 19:30             Ehemalige Synagoge St. Pölten

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Die lange Tafel

Ein Tischgespräch mit Expert*innen über die Wurzeln des Nationalsozialismus und die aktuelle Erinnerungskultur in Niederösterreich: Nach einer Führung durch die aktuelle Ausstellung „Der junge Hitler – Prägende Jahre eines Diktators 1889 – 1914“ im Museum Niederösterreich bitten wir alle an einen Tisch und eröffnen ein moderiertes Gespräch mit WissenschaftlerInnen, Künstler*innen und allen Gästen. Es sind alle eingeladen, mitzudiskutieren und persönliche Geschichten, eigene Kenntnisse und Erfahrungen einzubringen. Unter der Moderation der Filmregisseurin Mirijam Unger sprechen der Wissenschaftliche Leiter des Hauses der Geschichte, Christian Rapp, die Direktorin des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs, Martha Keil, der Schriftsteller Paulus Hochgatterer …

Termine

Di, 28.04.2020, 18:30             zu Gast im Museum Niederösterreich

 

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Lebendige Bibliothek

Jeder Mensch hat Geschichten zu erzählen – über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. In diesem Format von Julia Perschon erzählen Jugendliche und Menschen mit Migrationsgeschichte oder Fluchterfahrung aus ihrem Leben. Organisiert werden diese Geschichten in Form einer Leihbibliothek. Das Publikum wird zu „Leser*innen“, die sich aus der Lebendigen Bibliothek ein „Medium entleihen“ können. Bei den „Medien“ handelt es sich um Menschen, die man über ihre Geschichten kennenlernen kann. Welche zehn Ereignisse sind die wichtigsten im Leben einer 15-Jährigen? Wie stellt sich ein Mensch, der aus dem Irak geflohen ist, seine Zukunft in Österreich vor? Welche persönlichen oder familiären Geschichten verbinden die „lebendigen Bücher“ mit dem 2. Weltkrieg? Und welche Stadtgeschichten aus dem Widerstand können sie erzählen? Die „Lebendige Bibliothek“ wird mehrsprachig organisiert, das Publikum kann sich auch ein „lebendiges Wörterbuch“ zu den einzelnen Stationen mitnehmen.

Die „Lebendige Bibliothek“ wird mehrsprachig organisiert, das Publikum kann sich auch ein „lebendiges Wörterbuch“ zu den einzelnen Stationen mitnehmen.

Termine

Mi, 20.05.2020, 18:00             Theaterwerkstatt

Fr, 29.05.2020, 18:00             Theaterwerkstatt

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„Es gab ein jüdisches Leben in St. Pölten"

Ein theatraler Stadtspaziergang zur jüdischen Geschichte mit Bettina Kerl
Der Stadtspaziergang führt zu wichtigen Orten des jüdischen Lebens in St. Pölten. Wohnhäuser, Geschäfte und Institutionen werden zu Schauplätzen der tatkräftigen Gemeinde, einzelner Lebensgeschichten und der späteren Verfolgung der St. Pöltner Jüdinnen und Juden. Die Schauspielerin Bettina Kerl übernimmt dabei nicht nur die Rolle der Stadtführerin und erläutert Hintergründe, sondern schlüpft in die dokumentarische Rolle der jungen Jüdin Rosa Lustig, die als erstes Mädchen in St. Pölten die Matura ablegen durfte und nach der Emigration in die USA als Chemikerin Karriere machte. Nähere Informationen zu Treffpunkt und Daten finden Sie auf unserer Homepage.

Termine

Fr, 22.05.2020, 17:00

Sa, 13.06.2020, 17:00

Sa, 20.06.2020, 17:00

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