Erinnerungsbüro

Erinnerungsbüro

Theater, Gespräche und Stadtspaziergänge zur Geschichte St. Pöltens und Niederösterreichs

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts gab es vielerorts in Niederösterreich eine lebendige jüdische Kultur. Mit den Novemberpogromen im Jahr 1938 und dem Holocaust wurde diese zerstört. Das Erinnerungsbüro des Landestheaters Niederösterreich ist ein Kunstprojekt inner- und außerhalb des Theaters, das sich aus verschiedenen Blickwinkeln auf die Spuren unserer jüngeren Landesgeschichte begibt. Wir wollen jüdische und nicht-jüdische Lebensgeschichten erzählen, kulturelle Wurzeln aufspüren, über Erinnern und Erinnerungskultur reflektieren – und die Frage anregen, welche Geschichten über das letzte Jahrhundert in Ihren Familien erzählt werden. Als ortsspezifisches Projekt entsteht das Erinnerungsbüro in Zusammenarbeit mit wichtigen Partnerinnen, wie der Ehemaligen Synagoge und dem Institut für jüdische Geschichte Österreichs, dem Museum Niederösterreich, dem Verein MERKwürdig in Melk und dem Stadtarchiv St. Pölten.

AUFTAKT ERINNERUNGSBÜRO Herbst 2020

Der Stadtspaziergang

Der Stadtspaziergang führt zu wichtigen Orten des jüdischen Lebens in St. Pölten. Wohnhäuser, Geschäfte und Institutionen werden zu Schauplätzen der tatkräftigen Gemeinde, einzelner Lebensgeschichten und der späteren Verfolgung der St. Pöltner Jüdinnen und Juden. Die Schauspielerin Bettina Kerl übernimmt dabei nicht nur die Rolle der Stadtführerin und erläutert Hintergründe, sondern schlüpft in die dokumentarische Rolle der Jüdin Rosa Kubin, die als erstes Mädchen in St. Pölten die Matura ablegen durfte und nach der Emigration in die USA als Chemikerin Karriere machte.

Von und mit Bettina Kerl und Julia Engelmayer, Szenische Einrichtung: Nehle Dick

Termine
10. Oktober 2020 um 17.00 Uhr, Treffpunkt Synagoge St. Pölten, Dr.-Karl-Renner-Promenade 22, 3100 St. Pölten

Geplante Dauer: 50 Minuten

Eintritt frei, Anmeldung im Kartenbüro unter 02742 90 80 80 600

Die lange Tafel - In Kooperation mit dem Museum Niederösterreich (und der Ausstellung „Der junge Hitler“)

Das Gesprächsformat „Die lange Tafel“ versammelt Publikum und Expert*innen an einen Tisch. Nach einer Führung durch die aktuelle Ausstellung „Der junge Hitler – Prägende Jahre eines Diktators 1889 – 1914“ im Museum Niederösterreich eröffnen wir ein moderiertes Gespräch mit Wissenschaftler*innen und Publikum. Sie sind herzlich eingeladen mitzudiskutieren und Ihre persönlichen Geschichten einzubringen.

Mit der Leiterin des Instituts für Jüdische Geschichte Österreichs, Martha Keil, und dem Wissenschaftlichen Leiter des Hauses der Geschichte, Christian Rapp u.a.

Termine
Di, 20.10.2020 um 17.00 Uhr (Beginn der Führung)    

Eintritt frei, Anmeldung im Kartenbüro unter 02742 90 80 80 600

Lebendige Bibliothek

In dem digitalen Format der Theatervermittlerin Julia Perschon erzählen Jugendliche in Online-Videos Familiengeschichten aus der Zeit des Nationalsozialismus und erinnern an Verfolgung und Widerstand in Niederösterreich. Junge Menschen zwischen 14 und 25 Jahren sowie Schulklassen sind herzlich eingeladen, bei dem Projekt "Lebendige Bibliothek" mitzumachen. Info:

Nathan 575

In der Synagoge wird "Nathan 575", eine szenisch-musikalische Installation von Ludwig Wüst und Maja Savic, zu erleben sein, die Texte von G.E.Lessing mit Berichten von Zeitzeug*innen in einen Dialog bringt. Vorstellungen in Melk und an anderen Orten sind in Planung.

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