Helmut Wiesinger

Geboren 1952 in Linz. Sein Schauspielstudium absolvierte er an der Bruckneruniversität Linz. Er arbeitete als Sprecher, Moderator und Autor beim ORF, Landesstudio OÖ. Theaterengagements führten ihn ans Stadttheater Koblenz, zu den legendären Komödianten in Wien, an die Württembergische Landesbühne Esslingen, die Fränkische Landesbühne, das Landestheater Linz u.v.m. Fernseherfahrung machte er u.a. bei Schlosshotel Orth, Julia und Der Bulle von Tölz.

Er ist Ensemblemitglied des Landestheaters Niederösterreich.

www.helmut-wiesinger.ag.vu

 

Helmut Wiesinger im Portrait

1. Wie sind Sie mit Theater zum ersten Mal in Berührung gekommen?

Meine theaterbesessene Mutter hat mich viel zu früh in eine Vorstellung von Shakespeares König Lear am Landestheater Linz mitgenommen. Ich habe als Zwölfjähriger das Stück nicht verstanden, war aber sofort mit Theatervirus infiziert und habe zu Hause alles nachgespielt. Dass ich bis heute dem Theater mit Haut und Haar verfallen bin, verdanke ich ihr, dass ich dann doch Schauspieler geworden bin, hat mit der damals üblichen Rebellion junger Männer gegen die Vätergeneration zu tun.

2. Welche wäre Ihre Lieblingsrolle?

Vielleicht König Ödipus, vielleicht Harpargon im Geizigen von Molière, vielleicht George in Virginia Woolf.  Eine weise Antwort zu unserer schönen und erhabenen Kunst des Augenblicks:  Immer die, die ich gerade probiere.

3. Welches ist Ihr Lieblingsstück?

Eines davon ist Insel mit Schiffbrüchigen von Lukas B. Suter, eine Metamorphose von Shakespeares Sturm.

4. Mit welcher/m SchauspielerIn/RegisseurIn möchten Sie gerne zusammenarbeiten?

Als junger Schauspieler hätte ich angefangen, große Namen aufzuzählen, nun zieht es mich mehr zur "namenlosen" Jugend hin, ich bin neugierig auf ihre Phantasie und Kreativität. "Die Jugend ist eine Zierde", sagt Thomas Bernhard.

5. Welchen Beruf hätten Sie, wenn Sie nicht Schauspieler wären?

Pilot wäre ich gerne geworden, nach bestandener Fliegertauglichkeits-Prüfung während meines Wehrdienstes beim Österreichischen Bundesheer konnte ich mich als erklärter Pazifist und Antimilitarist dann doch nicht dafür entscheiden.

6. Wer ist Ihr persönliches Vorbild?

Vielleicht gelingt es mir irgendwann, mit viel Zivilcourage die Achtung der Menschwürde so zu behüten, dass mein tägliches Handeln nicht mehr Routine ist, sondern Vorbild für mich wird.

7. Wie würden Sie sich selbst beschreiben?

Kann man das überhaupt? Das sollen andere, wenn sie es sinnvoll finden.

8. Welche sind Ihre drei positivsten Eigenschaften?

Offenheit, Wissbegier, Humor.

9. Welche sind Ihr drei negativsten?

Ungeduld, Eigensinn, Hartnäckigkeit.

10. Was ist Ihr größter Traum?

Orte der Stille und des Schweigens in einer sehr lauten und geschwätzigen Zeit suchen und finden.

11. Wovor haben Sie Angst?

Vor dem Verlust eines geliebten Menschen.

12. Was unternehmen Sie gerne in Ihrer Freizeit?

Ausstellungs-, Konzert-, Museums-, Kinobesuche, Reisen, Wandern, Lesen, Gespräche darüber mit meinem Lebensmenschen ...

13. Bei welchem Essen/Getränk können Sie einfach nicht widerstehen?

Frischem Fisch und Meeresfrüchten in bester Qualität, begleitet von Mangold, Artischocken und mediterranen Kräutern, dazu grüner Veltliner oder Sauvignon blanc.

14. Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Ich war schon auf einer einsamen Insel. Da hatte ich nur Taucherbrille, Schnorchel und Flossen dabei, konnte also wieder weg.

15. Wie würde Ihr perfekter Urlaub aussehen?

Vier Elemente, fünf Sinne und sich nachts mit dem Sternenhimmel zudecken.

16. Wie lautet Ihr Lebensmotto?

Allen Zeitfressern entkommen, behutsamer mit meiner Zeit umgehen, sie bewahren wie eine empfindliche Pflanze, sie ist zerbrechlich und keines anderen Menschen Eigentum, vielleicht ist sie einmal ganz in mir. Dann werde ich begreifen, was Gegenwart bedeutet.