Sizwe Banzi est mort

Athol Fugard, John Kani und Winston Ntshona

Spuk sie in die Hölle, Mann!
Buntu

Sizwe Bansi ist tot ist eine bitterböse Komödie über das Leben in den Townships Südafrikas während der Apartheid. Der schwarze Arbeiter Bansi fällt dort, wo er Arbeit hat, unter Aufenthaltsverbot. Um sein dürftiges Lebensrecht zu sichern, muss er mit Namen und Papieren eines Verstorbenen, den er auf der Straße gefunden hat, weiterleben und für die weiße Bürokratie aus dem Leben verschwinden. Ein historisches Stück?

„Bei Peter Brook bekommt es in nur siebzig Spielminuten eine reine, strahlende, witzige Gegenwart. Denn Sizwe Bansi spielt nicht mehr die Hauptrolle. Die Hauptrolle spielt: das Spiel. Und der Spielmacher, der schon bei Fugard sozusagen die Steilpässe in den Strafraum des Passfälscherspiels schlägt, heißt Styles. Ein Clown, ein Springinsfeld, ein Täuscher, ein Trickser, ein hinreißender Lebenskunstknallfrosch. ... Und der aus Mali stammende Alleskönner und Allesspieler Habib Dembélé Guimba, der mit einem Mundwerk à la Eddy Murphy, einer Mimik à la Jerry Lewis und einer tänzerischen Leichtigkeit à la Fred Astaire die Szene freifegt von aller sozialen und historischen Last, jauchzt dem Sizwe zu, der sich wie ein Gespenst fühlt: „Spuk sie in die Hölle, Mann!“ Es klingt wie: „Spiel sie in die Hölle, Mann!“ Und die beiden spielen alle Schrecken, alle soziale Pein und Schmerzen in die Hölle einer Komödie, in der es nur noch darum geht, das schlechte Leben im herrlichen Spiel zu übertrumpfen. ... So macht Peter Brook aus dem Südafrika von gestern ein Theater von heute, das vor Glück einfach lacht.“
Gerhard Stadelmaier, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Athol Fugard, geboren 1932, ist der bedeutendste Bühnenautor Südafrikas. Die Times bezeichnet ihn als den größten lebenden Theaterdichter englischer Sprache.

Wir freuen uns, dass nunmehr nach The Grand Inquisitor und Fragments eine dritte Produktion von Peter Brook, die einen weiteren Aspekt der Arbeit des großen Theatermenschen zeigt, mit zwei so brillanten Schauspielern wie Habib Dembélé und Pitcho Womba Konga im Landestheater Niederösterreich ihre Österreich-Premiere feiert.

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Den deutschen Text in der Übersetzung aus dem Englischen von Eva Walch können Sie ab Oktober bei der Tageskassa erwerben.

Einführungsgespräch
am 7. und 8. November 2008 um 18.30 Uhr mit Frau Univ.-Prof. Dr. Hilde Haider-Pregler

Dr. Hilde Haider-Pregler ist Prof. emeritus am Institut für Theaterwissenschaften, wo sie 1989 bis 1999 Institutsvorstand war. Von 2000 bis 2004  war sie Vizestudiendekanin der Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften der Uni Wien, weiters ist sie als Theaterkritikerin der Wiener Zeitung tätig.

Dauer
1 Stunde 10 Minuten
Keine Pause

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, Copyright: Mario Del Curto


Französische Fassung von Marie Hélène Estienne
Mit Habib Dembélé,  Pitcho Womba Konga
Regie Peter Brook
Bühnenbild Abdou Ouologuem
Lichtdesign Philippe Vialatte

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