Verstörung

Thomas Bernhard
In einer Bearbeitung für das Landestheater Niederösterreich von Karl Baratta und Gwendolyne Melchinger

Die Welt ist tatsächlich, wie schon so oft gesagt, eine Probebühne, auf der ununterbrochen geprobt wird.
Saurau

Ein Landarzt aus der Steiermark nimmt seinen Sohn für einen Tag mit auf Krankenvisite. Was sich dem Sohn offenbart, ist eine Welt von Kranken, Wahnsinnigen und Verbrechern und nicht zuletzt ein Panoptikum von seltsamen Menschen und Fällen, die jenseits medizinischer Möglichkeiten erst beginnen. Den Höhepunkt der Reise aber bildet der Besuch beim Fürsten Saurau, der „Kopf“ genannt, der alleine auf der Burg Hochgobernitz lebt. In dem Fürsten, so wahnsinnig wie reich, manifestiert sich der Prozess der „Verstörung“. Während der Fürst – in ein fortwährendes Selbstgespräch verstrickt – über die Weltsituation, Hochwasserkatastrophen und die Träume seines Sohnes berichtet, begleiten ihn der Landarzt und sein Sohn auf seinem Rundgang entlang der Burgmauern, den Wandelgängen der Schlaflosigkeit, in die Bibliothek, in der schon lange nicht mehr gelesen wird, bis zum Lusthaus, in dem die „Saurauschen Schauspiele“ aufgeführt werden. Die Sprache seines Denkens ist für den Fürsten Lebensmotor und Lebensrettung zugleich, mehr noch: Sie ist zu seiner Existenz geworden.

Verstörung erschien 1967 und lässt sich in zwei Prosateile zusammenfassen. Der erste Teil erzählt von der Reise zum Fürsten und den einzelnen Krankenstationen, der zweite Teil von dem Besuch beim Fürsten auf dessen Burg Hochgobernitz.

„Es ist ein unheimliches Buch, das wie eine klassische Erzählung anfängt und den Leser ins Grauen hineintreibt, ohne dass er es merkt.“ Thomas Bernhard

Auf der Landestheaterbühne zu sehen ist erstmals der große Theaterregisseur und Schauspieler Hans Hollmann, der insbesondere mit seinen zahlreichen Ur- und Erstaufführungen das zeitgenössische Theater entscheidend geprägt hat. Weitere Gäste im Ensemble sind die Theaterpersönlichkeiten Brigitte Karner, Paul Wolff-Plottegg und der Pianist Benjamin McQuade.

Vorstellungen für Schulen um 10.30 Uhr auf Anfrage!

Einführungsgespräch
am 15. Jänner 2011 um 18.30 Uhr

Gespräch mit dem Ensemble
am 4. Februar 2011 nach der Vorstellung

Dauer
2 Stunden 30 Minuten inkl. Pause
Pause nach 50 Minuten

Copyright: Andrej Reiser

Mit
Christine Jirku,  Brigitte Karner,  Katharina von Harsdorf | Hans Hollmann,  Benjamin McQuade,  Oliver Rosskopf Helmut Wiesinger,  Paul Wolff-Plottegg

Regie Karl Baratta
Bühne und Kostüme Daniela Juckel

Großes Haus
Premiere 04. 12. 2010

Termine
Datum Uhrzeit Onlineticket und Info