Kleiner Mann - was nun?

Hans Fallada in einer Fassung von Luk Perceval

Die, die wir treten könnten, die wollen wir nicht treten.
Lämmchen

Als Johannes Pinneberg und seine Freundin Emma Mörschel, genannt Lämmchen, einen Frauenarzt aufsuchen, um sich nach Verhütungsmethoden zu erkundigen, erfahren sie, dass Lämmchen im zweiten Monat schwanger ist. Nach einer Blitzhochzeit bezieht das junge Paar eine Wohnung am Stadtrand von Ducherow. Gegenüber seinem launischen Chef Emil Kleinholz, der ihn mit seiner Tochter verkuppeln will, hält Pinneberg seinen Familienstand geheim. Als Pinneberg bei einem Sonntagsausflug aber mit Lämmchen in inniger Umarmung von Familie Kleinholz gesehen wird, fällt die Wahl beim Kündigungstermin auf Pinneberg. Rettung kommt von Pinnebergs Mutter. Durch dubiose Beziehungen erhält Pinneberg eine Stelle als Verkäufer für Herrenkonfektion. Sohn Horst, genannt Murkel, kommt zur Welt. Aufgrund seiner kurzen Nachtruhe ist Pinneberg unpünktlich, übermüdet und unkonzentriert bei der Arbeit. Es fällt ihm schwer, das monatliche Verkaufssoll zu erfüllen. Er wird abgebaut. Wie für viele im Jahr 1931 stellt sich auch für die Pinnebergs die Frage: „Was tun?“, während der soziale Abstieg unaufhaltsam beginnt.

Mit Kleiner Mann – was nun? gelangte Hans Fallada (1893 – 1947) zu Weltruhm. Wir freuen uns, die hochgelobte Inszenierung des belgischen Regisseurs Luk Perceval, die zum Berliner Theatertreffen 2010 eingeladen wurde, als Gastspiel der Münchner Kammerspiele zeigen zu können.

„Mit hinreißender Frische spielen Annette Paulmann und Paul Herwig die unerschütterliche Liebe und Naivität des jungen Paars. … André Jung brilliert als geschäftstüchtiger Verkäufer und als eitler Schauspieler, Wolfgang Pregler, Stefan Merki und Peter Brombacher schlüpfen in die Rollen von Chefs, Kollegen und Kunden, Hans Kremer macht aus dem Glücksspieler Jachmann eine wunderbar gebrochene Figur. Und Gundi Ellert taumelt als Pinnebergs versoffene Rotlicht-Mutter wie ein dämonisches Gespenst virtuos durch ihr verpfuschtes Leben.
„Einmal schafft‘s jeder“ und „Zeig‘ der Welt nicht dein Herz“ singen die Akteure in Revue-Einlagen. Die Schlager-Botschaften der 20er und 30er Jahre sind die bittere Würze dieses großen und großartigen Theaterabends.“ Gabriella Lorenz, Münchner Abendzeitung

Dauer
4 Stunden 15 Minuten inkl. Pause
Pause nach 1 Stunde 55 Minuten

Copyright: Andreas Pohlmann

Mit Peter Brombacher,  Gundi Ellert,  Paul Herwig,  André Jung,  Tina Keserovic,  Hans Kremer,  Stefan Merki,  Annette Paulmann,  Wolfgang Pregler
Regie Luk Perceval
Bühne Annette Kurz
Kostüme Ilse Vandenbussche
Musik Mathis B. Nitschke
Video Martin Noweck,  Luk Perceval,  Philipp Trauer

Großes Haus
Premiere 17. 03. 2011

Termine
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