Endspiel

Samuel Beckett
Deutsche Übertragung von Elmar Tophoven

Niemand auf der Welt hat je so verdreht gedacht wie wir.
Clov

Becketts Endspiel ist großes Clowntheater, weil es mit dem Entsetzen nicht Spott treibt, sondern es beim Wort nimmt. Worte, die sich wie Billardkugeln auf magische Weise gegenseitig in Bewegung halten, zu aberwitzigen Lösungen finden, sich selbst in Frage stellen ohne nach Antworten zu suchen. Denn die gibt es nicht in diesem Spiel, in dem alle irgendwie von einander abhängig sind.

In der idealen Besetzung mit den aus zahlreichen Filmen bekannten Bühnen- und Filmschauspielern Ulrich Matthes als Hamm und Wolfram Koch als Clov zeigt Jan Bosse Becketts ironischen Widerstand gegen die als hoffnungslos erscheinenden Verhältnisse. Konkrete Erinnerungen an Vergangenes mischen sich mit aktuellen Sticheleien der in Hass und Liebe verbundenen Figuren. Die Welt außerhalb scheint tot, aber solange gespielt wird auf der Bühne, im Theater und im Leben, solange muss gelebt werden – wenn man nicht so stoisch wie folgenlos das Leben selbst als Sterben bezeichnet. Beckett ist als genuiner Clown ernst zu nehmen, ohne dass die Unterscheidung von Ernst und Spaß noch alten Begriffen folgte.

„Der Regisseur Jan Bosse erweist sich wieder einmal als Meister darin, großen Schauspielern Rampen zu bauen, auf denen sie in den Himmel steigen können. Matthes und Koch sind ein Traumpaar: … Matthes gibt eher den intellektuellen Pierrot, der durch Melancholie tyrannisiert, und Koch eher den handfest körperlichen Spaßmacher. Gemeinsam geben sie auf die Frage, warum man Endspiel noch spielen muss, die einzige Antwort, die im Theater zählt: Weil man es kann.“ Matthias Heine, Die Welt

Dauer
1 Stunde 20 Minuten
keine Pause

Copyright: Drama Agentur für Theaterfotografie Iko Freese. Holger Foullois

Mit Wolfram Koch,  Ulrich Matthes
Regie Jan Bosse
Bühne Stéphane Laimé
Kostüme Kathrin Plath
Musik Arno P. Jiri Kraehahn

Großes Haus
Premiere 28. 01. 2011

Termine
Datum Uhrzeit Onlineticket und Info