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 © Yasmina Haddad
Benno Ifland, Anne Bennent, Swintha Gersthofer © Sepp Gallauer
Tobias Voigt, Pascal Groß, Michael Scherff, Benno Ifland © Sepp Gallauer
Anne Bennent, Tobias Voigt © Sepp Gallauer

Viel Lärm um nichts

von von William Shakespeare

Deutsch von Angela Schanelec

Großes Haus

Premiere

  • Sa 26.01.2013 19:30

    Dauer
    2 Stunden 45 Minuten inklusive Pause
    Pause nach 1 Stunde 30 Minuten

    Einführungsgespräch
    am 16. Februar 2013 um 18.30 Uhr

    Ensemblegespräch
    am 15. Februar 2013 nach der Vorstellung

    Vorstellungen für Schulen um 10.30 Uhr auf Anfrage!

    Siegreich und voller Lebensfreude kehrt der Prinz von Aragonien mit seinen Mitstreitern Benedikt und Claudio aus dem Krieg zurück. Die Einladung des Gouverneurs von Messina, als Gäste in seinem Haus zu bleiben, nehmen die Männer nur zu gerne an. Claudio hat schon längst sein Herz an Hero, die Tochter des Gouverneurs, verloren und hofft nun auf die Eheschließung mit ihr. Nur Don Juan, der Halbbruder des Prinzen, verbittert und eifersüchtig, überlegt, wie er die Idylle zerstören kann. Er schmiedet mit seinem Begleiter Borachio eine Intrige, die mit der öffentlichen Demütigung Heros ihren Höhepunkt erreicht, bevor die Erkenntnis Viel Lärm um nichts alles in Wohlgefallen auflöst. Aber auch das zweite Liebespaar dieser im Jahr 1600 verfassten Komödie weiß zu bestechen. Beatrice und Benedikt, zwei überzeugte Singles, haben füreinander scheinbar nur Abscheu übrig und ergehen sich in spitzzüngigen Wortduellen. Erst durch ein Komplott der Freunde wird die Liebe der beiden zueinander offenbar – auch wenn sie beharrlich beteuern, dass diese Liebe "nicht übermäßig" sei.

    Roland Koch stand in zahlreichen Shakespeare-Stücken selbst auf der Bühne. 2003 begegnete er Shakespeares Werk erstmals auch als Regisseur. Am Burgtheater inszenierte er mit großem Erfolg die Komödie Was Ihr wollt und zeigt nun am Landestheater Niederösterreich mit Viel Lärm um nichts seine zweite Shakespeare-Inszenierung.

    Mit dem international arbeitenden Bühnenbildner Hugo Gretler, der Berliner Kostümbildnerin Hannah Hamburger und dem Musiker Imre Lichtenberger Bozoki bringt Roland Koch ein spannendes Team mit nach St. Pölten. Für die Rolle der Beatrice kehrt Anne Bennent nach mehrjähriger Pause wieder ans Landestheater Niederösterreich zurück. Die Rolle des Don Juan wird von Moritz Vierboom verkörpert, der zuletzt am Burgtheater Ensemblemitglied war und uns – auch als Jason in Mamma Medea – einen Teil der Spielzeit begleiten wird.

    Pressestimmen

    Werner Rosenberger, Kurier

    Liebe, Lüge, Leidenschaft und eine herrlich hinterhältige Intrige: "Viel Lärm um nichts" in der klugen, schlüssigen und modernen Regie von Burgtheater-Ensemblemitglied Roland Koch mit der auf die Bühne zurückgekehrten als Beatrice brillanten Anne Bennent, ist eine Reise wert nach St. Pölten ins Landestheater NÖ.  Um die Liebe, die endlich einziehen kann, dreht sich alles, als der Krieg vorbei ist. Und um das kratzbürstige, streit- und flirtlustige Paar Beatrice und Benedikt (herrlich patschert, leicht verhuscht und selbstverliebt als scheinbarer Frauenverächter: Tobias Voigt), ... Mitten im bunten Spiel um Lieben und Zurücklieben sorgt plötzlich der hinterlistige Don John (Moritz Vierboom, zuletzt am Burgtheater) für Aufruhr, als er Hero (Swintha Gersthofer) in der Nacht vor der Hochzeit mit Claudio (Pascal Gross) der Untreue überführen will. Der Bösewicht hat die Intrige aus purer Lust an der Zerstörung angezettelt, und Claudio fällt emotional von einem Extrem ins andere: Aus seiner Liebe zu Hero wird Hass. Turbulent geht’s zu auf diesem Schlachtfeld der Liebe. Bis zum Happy End. Blendend neben Anne Bennent als der schließlich gezähmten „Lady der Verachtung“: Benno Ifland als Heros ehrversessener und glaubhaft verzweifelter Vater Leonato. Die Akteure stolpern und purzeln mit überschäumendem Spielspaß durch die Sperrholz-Ausstattung (Hugo Gretler).

    Hans Haider, Wiener Zeitung

    ... Hugo Gretlers Sperrholz-Bühnenmöblage spielt eine Rolle für sich: Laubsägearbeit im Riesenformat mit kuriosen Durchblicken. Räume nirgendwo, wie im Märchen. In denen Heros Vater Leonato regiert.. Benno Ifland ist das erste Licht des Threestar-Abends. Gedungene Gestalt, Bonhomie und Würde im Gesicht unterm Hut, italienische Eleganz, raumgreifender Gang - und eine umwerfend starke Sprechstimme. Michael Scherff, sein Gast Prinz Pedro, bleibt dagegen ein bürogeselchter Assistent der Stadtregierung.
    Tobias Voigt ist der Benedikt in der Ich-will-dich-nicht-Verfolgungsjagd eine gesellschaftliche Etage tiefer. Er rumort in hagestolzem Aristo-Eigensinn, urkomisch und dabei englisch-diszipliniert. Einzig sein und seiner Beatrice Schimpf auf das andere Geschlecht, dieses Schattenboxen der Herzen und Hirne bis zur Kapitulation haben der 1600 uraufgeführten Komödie ewiges literarisches Leben gesichert.

    Anne Bennent als Beatrice ist mehr als die Partnerin in den Paarungsturbulenzen (die bei Schikaneder und Nestroy wiederkehren). Sie regiert den Abend. Als kaum fassbare Erscheinung, wenn sie mit raschen abgezirkelten Schritten umherwirbelt - leicht, locker, lustspielselig. Ihr Blick kann aus dem alterslosen Gesicht stechen. Diese Beatrice weiß, dass sie die Liebe nicht nur den Männern, sondern auch sich selbst verwehrt. Selbstfindung, Selbstheilung, der Sieg im Krieg zieht den Sieg der Liebe nach sich. Premierenjubel nicht nur für die Heimgekehrte.

    Martin Lhotzky, Neue Zürcher Zeitung

    ... Quirlig, witzig und doch sehr bodenständig treibt Anne Bennent die Handlung unbarmherzig voran, reisst ihren Partner immer wieder mit. Tobias Voigt legt seinen Benedikt eher als Maulhelden an, der zwar für seine heimlich geliebte, ja angebetete Beatrice wirklich alles tun würde, aber von ihr zuerst immer einen kräftigen Tritt in den Hintern braucht. ...

    Thomas Askan Vierich, nachtkritik.de

    ... mit viel Musik, zeitlos, ein bisschen schrill, manchmal fast vulgär, die fünf Stunden Originaltext auf knackige zweieinhalb Stunden gekürzt, den Kampf der Geschlechter zeitgemäß herausgearbeitet, ohne ihn überzustrapazieren. Und mit einem wundervollen Ensemble inklusive balkanischer Turbofolk-Band (geleitet von Imre Lichtenberger Bozoki), die auch immer wieder schauspielerisch ins Geschehen eingreift - eine sehr schöne Idee. Und einem Zimmermädchen (Marion Reiser), die singend zum Vamp wird. ... Allen voran brilliert Anne Bennent, die eine bissige, manchmal bewusst verkrampfte Beatrice gibt.

    Barbara Petsch, Die Presse

    ... Burgschauspieler Roland Koch, geprägt von Andreas Kriegenburg und Andrea Breth, hat inszeniert und von seinen beiden Mentoren einiges mitgenommen für seine Interpretation. Gespielt wird im Sperrholz (Bühne: Hugo Gretler). Die Aufführung ist präzis durchkomponiert, überwiegend gut gespielt. Sie ist psychologisch stimmig und hat schrägen Humor, in dem immer auch eine Portion Düsternis und Grimm stecken. ...

    Margarete Affenzeller, Der Standard

    Auf die Figuren versteht sich Koch, selbst Schauspieler, am allermeisten. Sie wachsen aus ihren alle Länder und Sitten mitzitierenden Gewändern (Kostüme: Hannah Hamburger) formschön heraus, eigenständige Erfindungen wie die Kung-Fu-Beatrice der Anne Bennent, der Eroberer Claudio im Liebestöter-Soldatenhemd (Pascal Groß) oder Benno Ifland als netter Patron, der aber, wenn es um die Ehre seiner Tochter geht, allen noch einmal zeigt, was Expressionismus heißt.

    Robert Voglhuber, Mostviertel Magazin

    Das Stück ist wie eine zerbrechliche Antiquität. Die Regie (Roland Koch) geht behutsam mit ihr um. Die fein gedrechselte Sprache Shakespears kommt über weite Strecken höchst wohlgeraten über die Rampe. Sprachlich, gestisch und darstellerisch wurde das schwierige Stück von allen Ensemblemitgliedern mit Bravour gemeistert. Michael Scherff, Tobias Voigt, Swintha Gersthofer, Moritz Vierboom, Imre Lichtenberger Bozoki, Pascal Groß, Benno Ifland, Anne Bennent und Marion Reiser zeigten sich in Bestform.

    Hannes Gans. kulturundwein.com

    Das Landestheater Niederösterreich zeigt mit dieser Produktion einmal mehr, dass man sich auch als kleine(re) Bühne ruhig was trauen kann. Es braucht nur die richtige Einstellung zum Stück und gleichzeitig auch zu einem Publikum, dem diese Komödie nicht fremd ist und das mit einer entsprechenden Erwartungshaltung in die Landeshauptstadt anreist. Es wurde nicht enttäuscht, sondern in bester Form unterhalten, wahrscheinlich ebenso köstlich, wie die zeitgenössischen Fans des William Shakespeare (1564-1616). Der überzeugte Premierenapplaus hat bewiesen, dass der dramatische Zeitsprung aus dem 17. ins 21. Jahrhundert angekommen ist.