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 © Yasmina Haddad
Olivia Goga, Marion Reiser, Tobias Voigt, Swintha Gersthofer © Robin Weigelt
Marion Reiser, Olivia Goga, Tobias Voigt © Robin Weigelt
Swintha Gersthofer, Tobias Voigt, Marion Reiser, Olivia Goga, Othmar Schratt © Robin Weigelt
Marion Reiser, Tobias Voigt, Swintha Gersthofer © Robin Weigelt
Uraufführung

Stella entscheidet sich (endlich)

von von Stephan Lack
von nach Johann Wolfgang von Goethe

Theaterwerkstatt

Premiere

  • Sa 09.03.2013 19:30

    Beitrag in der Sendung KULTUR HEUTE (ORF III) vom 11. März 2013

    Beitrag von P3 TV

    Dauer
    1 Stunde 15 Minuten
    keine Pause

    Einführungsgespräch
    am 14. März 2013 um 18.30 Uhr

    Gespräch mit dem Autor Stephan Lack
    am 23. März 2013 nach der Vorstellung

    Vorstellungen für Schulen um 10.30 Uhr auf Anfrage!



    In Stella – Goethes frühem Schauspiel für Liebende – muss die Titelheldin miterleben, wie ihre Welt an nur einem Tag zerbricht. Zwar kehrt ihr Geliebter nach Jahren des Wartens zu ihr zurück, doch mit ihm auch dessen Ehefrau und Tochter. Für diese tragische Dreiecksgeschichte verfasste Goethe zwei unterschiedliche Ausgänge. Einmal endet das Stück mit dem Selbstmord des untreuen Gatten und dem Liebhaber Stellas; ein andermal lässt Goethe eine für seine Zeit revolutionäre Utopie aufblitzen, in der die Ehepartner gemeinsam mit der Geliebten als Familie zusammenleben könnten: "Eine Wohnung, Ein Bett, und Ein Grab". Dass Goethes Zeitgenossen von diesem moralisch verwerflichen Ende schockiert waren, muss nicht extra erwähnt werden.

    Ausgehend von diesem zweiten Schluss entwickeln Regisseurin Barbara Nowotny und Autor Stephan Lack ihre ganz eigene moderne Stella-Variante. Aus der zu Goethes Lebzeiten unmöglichen Utopie ist heutzutage ein durchaus reales Modell geworden. Zwei Frauen und ein Mann unter einem Dach, das gilt nicht länger als Skandal, sondern als Patchwork. Was passiert also mit Goethes Figuren, wenn man sie in die Gegenwart transportiert und diesem Experiment tatsächlich aussetzt? Schaffen sie es, sich von Besitzansprüchen und Eifersucht zu lösen? Welche neuen Hierarchien entwickeln sich? Und welche Entscheidung wird Stella letztendlich treffen?

    Der Wiener Autor Stephan Lack gewann 2006 den Dramatiker/innenwettbewerb des Landestheaters Niederösterreich mit seinem Stück Verschüttet, das in der Folge am Landestheater uraufgeführt wurde. Weitere Stücke kamen seitdem im gesamten deutschen Sprachraum zur Aufführung. Mit seinem Stück Verfassung der Strände eröffnet er den Heidelberger Stückemarkt 2012. Barbara Nowotny inszenierte 2011 in der Theaterwerkstatt Eugène Labiches Komödie Die Affäre Rue de Lourcine. Die Zusammenarbeit mit Stephan Lack begann bei den Werkstatttagen 2007 des Burgtheaters, in deren Anschluss Barbara Nowotny Lichtscheu von Stephan Lack mit Christian Nickel in der Hauptrolle inszenierte.

    Pressestimmen

    Jutta Streimelweger, NÖN

    … Wunderbar wurden die Charaktere – Stella (Geliebte), Cecilia (Gattin), Lucy (Tochter) und Ferdinand (Gatte) – von Mitgliedern des Theaterensembles umgesetzt: In der Rolle der Stella – die sich, nachdem ihr innigster Wunsch nicht erfüllt wurde, schließlich verabschiedet – brillierte Swintha Gersthofer. Als starke Ehefrau bewies Marion Reiser Biss. Olivia Goga und Lisa Rammel (beide als Lucy zu sehen) zeigten, dass Kinderschauspieler immer Sympathieträger des Publikums sind – in Stella am Landestheater absolut zurecht. Stephan Lack setzte durch reduzierte Dialoge die Situation selbst und nicht die handelnden Personen in Szene. Genau das ließ dem Stück erfrischend viel Luft zum Atmen.

    Ingrid Reichel, LitGes

    … Stephan Lack und Barbara Nowotny wandelten Goethes Figuren in zeitgerechte Rollen um. So wurde aus dem Offizier Fernando, der Auslandskorrespondent Ferdinand, der durch Ungeschicklichkeit sich selbst eine Kugel in die Schulter schoss und nach zwei Jahren absoluter Sendepause zu seiner Familie und seiner Geliebten aus einem Krisengebiet heimkommt. Überzeugend konnte Tobias Voigt den egoistischen Liebeszerrissenen und ungeduldigen Vater auf die Bühne bringen. … Die zierliche Swintha Gersthofer mimte gekonnt Ferdinands Engel des Zusammenhaltes, letztlich wird es an ihrem Wohlwollen liegen, ob die Konstellation lebbar wird oder zerbricht. Wie schon bei Goethe ist es Cäcilie, die die Geliebte unter fadenscheinigen Vorwand aufsucht. Noch bevor Ferdinand nach seiner langen Abwesenheit in Erscheinung tritt, lässt sie ihre Tochter Lucie von Stella Geigenunterricht erteilen. Marion Reiser vermochte die wütende, verlassene und betrogene Ehefrau glaubwürdig darzustellen. … Highlight ist jedoch, nicht zuletzt wegen ihres jungen Alters, die kleine Olivia Goga, die Lucie spielt, das Kind, das zwischen den Fronten der erwachsenen Gefühlsverwirrungen steht. … Ein ausgezeichnetes Stück mit einer souveränen Inszenierung und grandiosen Schauspielern. Großer Applaus! Für Schüler sehr empfehlenswert, nicht zuletzt, weil Lack gekonnt, beinahe unbemerkt, einige Goethe-Zitate in sein Stück einzuflechten vermochte!

    Johannes Gans, Kultur & Wein

    Stella von Johann Wolfgang von Goethe ist an sich ein Trauerspiel und endet mit dem Tod zweier Beteiligter. Goethe selbst gestattete sich jedoch eine polygame Version, indem er Stella, Cäcilie und Fernando, so heißen die drei Hauptpersonen, in Liebe gemeinsam weiterleben lässt. Was seinerzeit sittenstrenge Personen dazu gesagt haben mögen, können Historiker der Literatur möglicherweise beantworten. Seinen ganz besonderen Reim darauf hat sich Stephan Lack gemacht, ein junger Theaterautor, der dieses spannungsgeladene Verhältnis von zwei Frauen und einem Mann für das Landestheater Niederösterreich in Szene gesetzt hat. … Hochachtung vor der kleinen Olivia Goga (sie teilt sich die Rolle mit Lisa Rammel), die bei der Uraufführung das schlaue Mädchen gespielt hat. Tapfer produziert sie einige Töne auf einer Geige und wirft sich temperamentvoll ins Geschehen. Mit entzückendem Eigensinn bringt das Kind ein Karussell von Allianzen in Gang, die plausibel machen, wie ein solches Zusammensein überhaupt funktionieren könnte. … Das Ensemble unter der Regie von Barbara Nowotny spielt sich wacker durch diese Idee von einer Patchworkfamilie neueren Zuschnitts, die Goethe in dieser Form sicher noch nicht gekannt hat, sich aber für seine Person wohl gewünscht hätte. …