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 © Margarita Broich
Marion Reiser, Jerry Hoffmann © Alexi Pelekanos
Nora Abdel-Maksoud © Alexi Pelekanos
Jan Walter, Jerry Hoffmann © Alexi Pelekanos
Jerry Hoffmann © Alexi Pelekanos
Eine Koproduktion des Ballhaus Naunynstraße und des Landestheaters Niederösterreich in Zusammenarbeit mit dem Maxim Gorki Theater, gefördert vom Hauptstadtkulturfonds.
Deutschsprachige Erstaufführung

I call my brothers

von von Jonas Hassen Khemiri

Ich rufe meine Brüder

Theaterwerkstatt

Premiere

  • Sa 20.04.2013 19:30

    Dauer
    1 Stunde 10 Minuten
    keine Pause

    Einführungsgespräch
    am 23. April 2013 um 18.30 Uhr

    Ensemblegespräch
    am 24. April 2013 nach der Vorstellung

    Vorstellungen für Schulen um 10.30 Uhr auf Anfrage!

    Logo Ballhaus Naunynstraße

    Ein Selbstmordanschlag in Stockholm im Dezember 2010, bei dem der Attentäter starb und zwei Passanten verletzt wurden, diente Jonas Hassen Khemiri als Ausgangslage für sein neuestes Stück I call my brothers.

    Khemiris Protagonist Amour geht am Tag nach dem Anschlag durch die Straßen der Stadt und sieht sich konfrontiert mit den ängstlichen und ablehnenden Blicken der Menschen auf ihn, seine dunkle Haut, seine schwarzen Haare und Augen. Er telefoniert mit seinen "Brüdern" und sagt: "Wer sind die Anderen? Es gibt keine Anderen. Es gibt Extremisten auf allen Seiten, die uns weismachen wollen, es gäbe die Anderen. Jeder, der über die Anderen spricht, ist ein Idiot."

    Das Stück entstand im Rahmen des Theaternetzwerks Europe Now. Im Jänner 2013 wird die Uraufführung im Riksteatern Stockholm und Stadttheater Malmö stattfinden. Das Landestheater Niederösterreich präsentiert im April 2013 die deutschsprachige Erstaufführung als Koproduktion mit dem Berliner Theater Ballhaus Naunynstraße, das sich den Themen Migration, Rassismus und kulturelle Vernetzung verschrieben hat.

    Jonas Hassen Khemiri wurde 1978 in Stockholm als Sohn einer Schwedin und eines Tunesiers geboren. Er studierte Wirtschaft und Literatur in Stockholm und Paris. Bereits 2003 machte er mit seinem Debütroman Das Kamel ohne Höcker auf sich aufmerksam, für den er den renommierten Borås Tidnings Debütpreis bekam. Dem Folgeroman Montecore wurde 2006 der Per-Olov-Enquist-Preis zuerkannt. Als Dramatiker trat er erstmals 2006 mit Invasion! am Stadttheater in Stockholm in Erscheinung. 2008 präsentierte Khemiri God Times Five, sein zweites Theaterstück. Diesem folgte We Are A Hundred, das 2009 am Stadttheater in Göteborg uraufgeführt wurde und den HEDDA Award for best play 2010 erhielt. Inzwischen werden Khemiris Stücke im gesamten deutschsprachigen Raum zahlreich gespielt.

    Die Regie übernimmt Michael Ronen, Hausregisseur am Ballhaus Naunynstraße. Michael Ronen, geboren 1982 in Jerusalem als Enkelkind österreichischer Einwanderer, studierte Regie an der London Academy of Music and Dramatic Arts, wo er 2006 das Künstlerkollektiv Conflict Zone Arts Ayslum gründete. Am Ballhaus Naunynstraße war Michael Ronen bereits an zahlreichen Produktionen beteiligt. 2010 inszenierte er die Science-Fiction-Komödie Warten auf Adam Spielman von Hakan Savas Mican und 2011 Perikızı von Emine Sevgi Özdamar.

    Pressestimmen

    Elisabeth Hochwarter, Der Standard

    … Die gelungene deutschsprachige Erstaufführung (Regie: Michael Ronen) ist eine Koproduktion mit dem Ballhaus Naunynstraße in Berlin. ... Rhythmische Monologe Amors und rasante Telefongespräche, bei denen sich Gesprochenes teils überlagert, wechseln einander ab. Jugendsprache und Migranten-Dialekt mischen sich in der Sprache des Autors, die von Kritikern "Khemirisch" genannt wurde ... Neben Sprache und Thema ist auch das Bühnenbild jugendgerecht. Auf drei große Leinwände werden schwarzweiße, teils animierte Comics projiziert (Illustration und Animation: Olivier Durand). Amor bricht das Schwarz-Weiß der Illustration, er führt den Zuschauer in die Grauzonen der Wirklichkeit. ...

    Jutta Streimelweger, NÖN

    Die Premiere von "I call my brothers" war ein voller Erfolg. ... Tragischer Weise total aktuell und daher auch so berührend war die Thematik des Premierenstückes "I call my brothers" am Landestheater. Amor, dargestellt von Jerry Hoffmann, dunkelhäutig und schwarzhaarig, überzeugt durch Authentizität und Nähe zum Publikum; auf sympathische und mitunter sogar humorvolle Weise gibt er seine Gedanken zum Anschlag in Stockholm im Jahr 2010 wieder. Begleitet von Ängstein und dem Wunsch unsichtbar zu sein, kämpft er schließlich (zumindest innerlich) gegen den Rassismus und die Vorverurteilung seiner Brüder: "Wir sind unschuldig".

    Martin Pesl, nachtkritik.de

    … Der St. Pöltner Intendantin Bettina Hering ist mit der Koproduktion "I call my brothers" (an der auch das Berliner Maxim Gorki Theater mitmischt) in ihrer ersten Spielzeit ein prestigeträchtiger Coup gelungen. ... Ob Paranoia oder echte Bedrohung, die Angst vor dem Racial Profiling in einer angeblich offenen Gesellschaft bleibt. Dazu assoziiert der Illustrator Oliver Durand Comichelden und düstere Graphic-Novel-Welten. Seine behutsam animierten zeichnungen umgeben die Bühne von drei Seiten  und sind kunst- und humorvoll in die Dramaturgie des Abends eingewoben; die Schauspieler interagieren mit ihnen, was den Text belebt und Tempo schafft. ... Khemiris Botschaft allerdings ist das comichaft Vage durchaus dienlich: Die Gesellschaft vereinfacht nun einmal in rassistischer Manier, und den Einzelnen macht das verrückt. Regisseur Ronen gelingt es, durchgehend einen Sog in den Moment aufrechtzuerhalten. Rasante Dialoge, Bildgewalt und entwaffnende Freundlichkeit beim Umgang mit den – zumindest bei der St. Pöltener Premiere vorwiegend bürgerlichen – Zuschauern gehen makellos ineinander über, sodass diese erst im Anschluss ein diffuses kollektives Schuldgefühl bei sich feststellen, davongehen und weiter an Boston denken, aber irgendwie anders.

    Eva Riebler, LitGes

    … Hervorragend gespielt, einfach und beeindruckend in Regie und Inszenierung und vor allem modern und einprägsam in der Animation der dreiseitigen Videos. Fazit: Einfühlsam, spannend und zeitgemäß!

    Johannes Gans, Kultur & Wein

    Als der Termin für die Premiere im Kalender notiert wurde, hätte man nicht angenommen, wie brutal die Realität an diesem Abend mitspielen würde. Der junge Autor Jonas Hassen Khemiri ... thematisiert in "I call my brother (Ich rufe meine Brüder)" das Anderssein von Menschen mit dunkler Hautfarbe in einer weißen Welt. ... Der Hamburger Jerry Hoffmann, er spielt souverän den Amor, ist selber Betroffener. ... Michael Ronen ist Regisseur dieser Koproduktion des Ballhaus Naunynstraße (Berlin) und des Landestheater Niederösterreich. Mit virtuos eingesetzten Projektionen schafft er blitzschnell und beeindrucken flirrende Schauplätze, durch die der Hauptdarsteller taumelt.  …

    Michaela Mottinger, mottinger-meinung.at

    Eine der innovativsten Inszenierungen der Saison ist derzeit in St. Pölten zu sehen! ... Als optische Auflösung für seine Inszenierung haben sich Michael Ronen und sein Team eine Supersache einfallen lassen. Auf den drei Wänder der Bühne wird die Story als schwarzweiße Graphic Novel erzählt. Im Stil von Mangas oder Frank Millers "Sin City". Großartig! ... Marion Reiser (ebenfalls Ensemblemitglied des Hauses) und Nora Abdel-Maksoud beweisen die Vielfältigkeit ihrer Darstellungskunst in diversen Frauenrollen. Ein Abend, den man nicht versäumen sollte.  Ein Abend, der nichts deutet, der kein Dolmetscher sein will, aber dennoch manches verständlicher macht. ...