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 © Armin Smailovic
Gastspiel - Thalia Theater, Hamburg
Österreich-Premiere

Hamlet

von William Shakespeare
In einer Neubearbeitung von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel

Großes Haus

Premiere

  • Fr 10.05.2013 19:30 Ausverkauft!

    Dauer
    1 Stunde 40 Minuten
    keine Pause

    Einführungsgespräch
    am 10. und 11. Mai 2013 um 18.30 Uhr

    Luk Perceval, nicht erst seit seinem Zyklus Schlachten! erfahrener Shakespeare-Regisseur, zeigt seine Vision von Hamlet. Traumatisiert vom Tod des Vaters und der überstürzten Heirat der Mutter, ist Hamlet – gespielt von zwei Schauspielern – Sinnbild der "condition humaine": Der Mensch, gefangen im Dualismus zwischen Vernunft und Gefühl, Wahrheit und Lüge, ohne Antwort auf die grundlegenden Fragen seiner Existenz. Die Aktualität des Stoffes sucht Perceval in der Beschäftigung mit den mythischen und archaischen Grundlagen. Die Autoren Feridun Zaimoglu und Günter Senkel hat er beauftragt, das Stück neu zu übersetzen und zu bearbeiten, seinem traumatisch-märchenhaften Gehalt eine Sprache zu verleihen. Unerfahren im politischen Geschäft, verwirrt und voller Hass täuscht Hamlet den Wahnsinn vor, der ihn zugleich zu überwältigen droht. Gerade hat er den Vater beerdigt, da heiratet die Mutter den Onkel. Keine Zeit für Trauer in Dänemark. Die Staatsgeschäfte müssen weiterlaufen – business as usual. Wem kann er trauen? Hamlet stört. Hamlet zweifelt. Er ist gespalten – was soll er tun? Wenn sein Vater aus Machtkalkül ermordet wurde, muss er nicht Rache üben?

    In allen Figuren, den stummen Kindern und Ophelia-Doubles, die auftreten, in der grandiosen Live-Musik von Jens Thomas, in jeder Sekunde dieses Zweistundenabends kommt zusammen, was sich nicht gemeinsam verträgt, aber zusammengehört, wenn man das Gesamt des Menschenunbegreifl ichen zusammenzieht. Mord und Liebe, Missgunst und Sanftmut, das Wüten der Triebe, die Zartheit des Denkens. Kann sein, dass dieser von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel neu bearbeitete "Hamlet" damit schmaler wird, aber schmal heisst hier: dichter. Dichter in seiner motionalität, in seiner berückenden Bildsprache, seiner Rätselhaftigkeit. Dirk Pilz / Neue Zürcher Zeitung