Allgemein gesagt, funktioniert Lügen eigentlich nicht. Wenn man’s genau bedenkt. Ob sie sich selbst oder einen anderen Menschen belügen, im Grunde kennen wir die Wahrheit.
Dr. Millard
Hat Donna McAuliffe ihre zwei Kinder umgebracht oder war deren Tod ein tragischer Unfall? Dennis Kellys Stück Taking Care of Baby gibt sich wie ein klassischer Gerichtsthriller. Das Stück berichtet von einer leidenschaftlichen Suche nach Wahrheit und stellt die Beteiligten vor die Grundfragen ihres eigenen Lebens. Eine Politikerin ist am Ende, weil ihre Tochter ihre zwei kleinen Kinder zu Tode gebracht hat. Ob es Mord war oder plötzlicher Kindstod soll das Gericht entscheiden. Ein Wissenschaftler behauptet, dass ihr Fehlverhalten das Symptom einer noch zu erforschenden Krankheit sei. Ein Reporter will mit der Offenlegung der Story Karriere machen. Ein Autor möchte durch ein komplexes System von Fragen die Wahrheit aufdecken. Ein verzweifelter Ehemann und Vater will mit aller Kraft verhindern, dass Einzelheiten des Familienlebens bekannt werden. Montiert aus scheinbar realem Material, Interviews und Schriftwechseln, „alles im Originalwortlaut der Betroffenen belassen“, ist Kindersorgen eine bissige Dekonstruktion des sogenannten Dokumentartheaters, ein Anschlag auf unseren Begriff von „Authentizität“ und eine bohrende Hinterfragung jedweder Form von öffentlicher Darstellung, ob auf der Bühne oder in den Nachrichten.
Dennis Kelly, 1970 in London geboren, studierte Drama und Theater am Londoner Goldsmiths College. Zurzeit schreibt Kelly an Auftragswerken für die Royal Shakespeare Company und das National Theatre London. Im deutschen Sprachraum wurden bisher Schutt am Burgtheater, After the End am Deutschen Theater Berlin und Liebe und Geld am Theater Basel aufgeführt.
„In Taking Care of Baby handelt Kelly zwar ein mögliches Verbrechen ab, doch ist er nicht darauf aus, es aufzuklären. Kelly geht es nicht darum, herauszufinden, was die Wahrheit ist, sondern darum, was Wahrheit ist.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung
Einführungsgespräch
am 10. Februar 2010 um 18.30 Uhr
Gespräch mit dem Ensemble
am 12. Februar 2010 nach der Vorstellung
Dauer
1 Stunde 45 Minuten
keine Pause

Mit
Antje Hochholdinger,
Christine Jirku,
Julia Schranz,
Katharina von Harsdorf
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Philipp Brammer,
Klaus Haberl,
Thomas Richter,
Oliver Rosskopf,
Hendrik Winkler
Regie
Johannes Maile
Bühne und Kostüme
Ilona Glöckel
Theaterwerkstatt
Premiere 23. 01. 2010
| Datum | Uhrzeit | Onlineticket und Info |
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