Sophie: Sie haben Ihr Leben erfunden!!
Caroline: Na und! Ich sehe keinen positiven Wert in einem nicht- erfundenen Leben.
L’affaire Martin! etc.
Die Junker von der Donnersmarck haben einen Kelch mit einem Elch in ihrem Wappen, oder einen Pokal mit einem Portal, oder einen Becher mit einem Fächer... Was zu großen Verwechslungen führt! Es geht auch um das „Leben der Anderen“, um einen verstörenden Blick zurück in die Vergangenheit in netten historischen Kostümen.
L’affaire Martin! Occupe-toi de Sophie. Par la fenêtre, Caroline! Le mariage de Spengler. Christine est en avance, so der eigentliche Titel des Abends, zelebriert die Trennung von Körper und Seele (z.B. Guantanamo) als Verwechslungskomödie. „Wir müssen nicht für jemanden sprechen sondern mit jemandem! Das ist alles.“ Donna Haraway
Das heißt wir können uns nicht länger auf eine Sprache beziehen, in der wir uns Geschichten erzählen, die sich durchgesetzt haben, die aber nicht unsere sind: Die Trennung von Tier und Mensch, die Vereinigung von Körper und Seele! Konversation als viel versprechende Lebensform also! Kommunikation zwischen radikal unterschiedlichen Arten von Subjekten! Was wäre das? Außer Folter? Fünf grandiose Schauspieler wechseln Rollen, Kostüme und Geschlechter, spielen gegen alle Regeln der Logik und machen die illusionistischen Techniken des Theaters sichtbar. L´affaire Martin! etc. ist „eine Verwechslungskomödie, in der Komplexität eine Selbstverständlichkeit ist.“ René Pollesch
René Pollesch ist einer der produktivsten deutschen Theatermacher. Als Regisseur inszeniert er seine eigenen Texte, die sich aus Theorie und Subkultur, aus Filmen, Büchern, den Nachrichten und der Werbung speisen. Figuren existieren darin so wenig wie eine durchgehende Handlung und andere Sicherheiten, die man vom Theater kennt. Mit seiner Theaterarbeit zielt René Pollesch gegen das Repräsentationstheater, jene Theaterform, in der gesellschaftliche Konflikte zwar dargestellt, aber nicht bearbeitet werden.
Mit
Christine Groß,
Caroline Peters,
Sophie Rois,
Volker Spengler,
Martin Wuttke
Regie
René Pollesch
Bühne
Bert Neumann
Kostüme
Tabea Braun
Großes Haus
Premiere 16. 05. 2008
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