Die Präsidentinnen

Werner Schwab

Die meisten Menschen verstehen das Leben nicht. Wenn das Leben die Menschen anspricht und ihnen einen guten Auftrag mitteilt, dann schütteln die Menschen nur den Kopf wie die Gastarbeiter.                                    Erna

Drei Frauen schauen sich im Fernsehen die Übertragung einer Papstmesse an und unterhalten sich über Gott und die Welt: Die bigotte und geizige Erna leidet unter ihrem Sohn Hermann, der lieber trinkt als ihr ein Enkelkind zu schenken. Die immer lüsterne Grete erzählt von ihrer psychisch verwirrten, in Australien lebenden Tochter Hannelore und schwärmt von ihrem Dackel. Mariedls große Leidenschaft ist es, dreckige Toiletten mit bloßen Händen zu reinigen, worin sie es zu einer wahren Meisterschaft gebracht hat. Die bizarre Idylle zerbricht, als Erna und Grete wegen des Fleischers Wottila in einen Streit geraten: Nur unter allergrößter Mühe schafft es Mariedl, die beiden wieder auszusöhnen. Wieder vereint, träumen die drei von einem Fest, auf dem Grete einem Musikanten den Kopf verdreht und Wottila um Ernas Hand anhält, während Mariedl unter dem Jubel der Menge die verstopften Klomuscheln putzt...

Werner Schwab wuchs in schwierigen Verhältnissen in Graz auf, studierte Bildhauerei an der Wiener Akademie der Bildenden Künste und starb nach einer ebenso produktiven wie exzessiven Zeit im Alter von nur 35 Jahren in der Silvesternacht 1993/94. Mit seinem Stück Die Präsidentinnen schrieb der Autor drei wunderbare Rollen für großartige Schauspielerinnen und avancierte zum Shooting-Star des deutschsprachigen Theaters. Seit der Inszenierung am Akademietheater im Jahr 1994 zählt der Text zu den modernen österreichischen Klassikern.

Dauer
1 Stunde 40 Minuten
keine Pause


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, Copyright: Lukas Beck

Großes Haus
Premiere 18. 10. 2007

Termine
Datum Uhrzeit Onlineticket und Info